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Kognitiver Abbau
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Wie Darmbakterien das Hirn verändern

Leben junge Mäuse mit älteren zusammen, werden sie ebenso vergesslich wie die älteren Tiere. Warum das so ist, haben Forschende aus Philadelphia untersucht. Unter Verdacht stehen ein Darmbakterium und seine Stoffwechselprodukte, die die Darm-Hirn-Achse stören.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 17.03.2026  12:30 Uhr

Mit zunehmendem Alter lässt häufig  auch die Gedächtnisleistung nach – bei Menschen und bei Mäusen. Um den Veränderungen hinter diesem Phänomen auf die Spur zu kommen, hielt ein Forschungsteam um Timothy O. Cox, Doktorand an der University in Pennsylvania, Philadelphia, junge Mäuse im Alter von zwei Monaten gemeinsam mit älteren Mäusen (18 Monate) in einem Käfig.

Die Nager wurden regelmäßigen Gedächtnis- und Orientierungstests unterzogen. Normalerweise lassen Mäuse bekannte Objekte links liegen und widmen sich Unbekanntem. Erstaunlicherweise passte sich das Verhalten der jungen Tiere an das der Älteren an: Auch die jungen Mäuse wandten gleich viel Zeit sowohl für bekannte als auch unbekannte Gegenstände auf. Dies werteten die Forscher als Nachlassen der Gedächtnisleistung. Die Erkenntnisse wurden kürzlich in »Nature« veröffentlicht.

Da Mäuse ihren Kot fressen, vermuteten die Forscher, dass Bakterien im Darm der alten Mäuse am Gedächtnisverlust beteiligt sind und auf die jungen Mäuse übertragen wurden. Eine Genomanalyse zeigte, dass sich das Darmmikrobiom der Mäuse mit dem Alter ändert. Dabei nimmt die Besiedlung mit Parabacteroides goldsteinii zu, einem Bakterium mit potenziell immunmodulierenden Eigenschaften. In den Untersuchungen ähnelte das Mikrobiom der jungen Mäuse, die mit älteren zusammengelebt hatten, dem der älteren Mitbewohner stark.

Um zu testen, ob Parabacteroides goldsteinii für den Gedächtnisverlust verantwortlich ist, wurden in einem ersten Schritt junge Mäuse mit dem Bakterium besiedelt. Als Folge verschlechterte sich die Gedächtnisleistung. Die Gegenprobe erfolgte mit alten Mäusen, bei denen die Spezies durch gezielte Behandlung (mit einem Bakteriophagen) ausgeschaltet wurde. Daraufhin verbesserte sich deren kognitive Leistung auf das Niveau von Jungtieren.

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