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Ein Jahr »Affenpocken«
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WHO hält MPox weiterhin für gefährlich

Die WHO hatte wegen Mpox-Ausbrüchen in zahlreichen Ländern 2022 eine internationale Notlage ausgerufen. Die Zahl der Fälle ist zwar um 90 Prozent gesunken, Entwarnung gibt es von der WHO aber nicht – im Gegenteil.
AutorKontaktdpa
Datum 05.05.2023  12:00 Uhr
WHO hält MPox weiterhin für gefährlich

In Deutschland sind die Affenpocken ein Jahr nach Beginn eines größeren Ausbruchs kaum noch ein Thema - für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört der Erreger dennoch zu den drei gefährlichsten Virengruppen aus der Tierwelt. Sie sollten ständig überwacht werden. «Wir könnten in drei Jahren eine Virusvariante haben, die deutlich weniger gut einzudämmen ist – das ist ein echtes Risiko», sagte WHO-Affenpockenexpertin Rosamund Lewis der dpa vor einem markanten Stichtag.

Vor genau einem Jahr tauchte eine neue unheimliche Krankheit in Europa auf: »Affenpocken«, heute Mpox genannt. Die Angst ging um: Kommt eine neue Krankheitswelle auf die Welt zu, kaum dass die verheerende Coronavirus-Pandemie im Abklingen war? Großbritannien meldete der WHO den ersten Fall am 7. Mai 2022.

Die meisten neu betroffenen Länder haben die Ausbrüche mittlerweile wieder unter Kontrolle. Die beiden anderen Virengruppen, die die WHO eng überwacht, sind Vogelgrippe auslösende Influenzaviren sowie Viren-Krankheiten, die durch Aedes-Mücken übertragen werden, darunter Dengue-Fieber, Gelbfieber, Zika und Chikungunya.

Mehr als 87.000 Fälle weltweit

Das Mpox-Virus, das praktisch nur aus wenigen afrikanischen Ländern bekannt war, breitete sich 2022 plötzlich in größerem Stil von Mensch zu Mensch in anderen Ländern aus. Der WHO wurden seit Anfang 2022 aus 111 Ländern mehr als 87.000 Mpox-Fälle gemeldet (Stand 3. Mai), darunter 130 Todesfälle. Bis heute gilt ein Gesundheitsnotstand, eine «Gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite» (PHEIC). Das ist der höchste Alarm, den die WHO verhängen kann.

«Es ist besorgniserregend, dass es aus seiner ökologischen Nische in Zentral- und Westafrika herausgetreten ist», sagte die Direktorin der WHO-Abteilung für Epidemie- und Pandemievorbereitung, Sylvie Briand, in Genf. «Das Virus könnte sich verändern, ansteckender werden oder eine anfällige Bevölkerungsgruppe infizieren, die bisher verschont geblieben ist», etwa Schwangere oder Kleinkinder. «In diesen Gruppen könnte die Krankheit einen deutlich schwereren Verlauf nehmen.»

Bislang waren vor allem Männer betroffen, die Sex mit Männern haben. Deutschland war unter den zehn Ländern mit den höchsten Fallmeldungen, hinter den USA mit mehr als 30.000 Fällen, Brasilien, Spanien, Frankreich, Kolumbien, Mexiko, Peru und Großbritannien. Über die Verbreitung sagt das nur bedingt etwas aus. Nicht alle Länder haben ein gutes Überwachungssystem. Vor allem in afrikanischen Ländern gibt es nach WHO-Angaben begrenzte Testmöglichkeiten.

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