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Sterberisiko
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Wer wählen geht, lebt länger

Die eigene Wahlbeteiligung wirkt sich offenbar nicht nur politisch aus, sondern auch auf die Lebenserwartung. Wie eine finnische Studie gezeigt hat, hängt das Wahlverhalten sogar stärker mit dem Sterberisiko zusammen als Bildung oder Einkommen.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 06.11.2025  14:00 Uhr

Wer zur Wahl geht, könnte damit nicht nur die Politik beeinflussen – sondern auch seine Gesundheit. Das Wahlverhalten steht in engem Zusammenhang mit dem künftigen Sterberisiko und ist womöglich ein stärkerer Gesundheitsfaktor als Bildung oder Einkommen. Das geht aus einer Beobachtungsstudie um den Wissenschaftler Hannu Lahtinen vom Helsinki Institute for Demography and Population Health hervor, die im »Journal of Epidemiology & Community Health« veröffentlicht ist.

Für die Untersuchung verfolgten die Forschenden die gesamte Wählerschaft der finnischen Staatsbürger, die im Jahr 1999 an den Parlamentswahlen teilnahmen oder fernblieben, bis ins Jahr 2020 oder bis zu ihrem Tod. Voraussetzung war, sie mussten zum Zeitpunkt der Wahl mindestens 30 Jahre alt sein und auf dem Festland leben. Das traf auf mehr als 3,1 Millionen Personen zu.

Das Ergebnis zeigt nun: Männer, die nicht wählten, hatten ein 73 Prozent höheres Sterberisiko, bei den Frauen waren es 63  Prozent. Auch nach Anpassung an den Bildungsgrad blieb das Risiko der Studie zufolge hoch – und zwar weiterhin bei 64 Prozent bei den Männern und 59  Prozent bei den Frauen. Der Unterschied im Sterberisiko zwischen Wählern und Nichtwählern sei demzufolge größer als der zwischen Menschen mit Grundschulbildung und Hochschulabschluss, heißt es.

Junge Männer besonders betroffen

Der Zusammenhang zwischen Wahlbeteiligung und Tod war bei externen Todesursachen wie Unfällen und Gewalt stärker als bei anderen Ursachen. Und nach Bereinigung um das Alter war dieses Risiko bei Männern und Frauen, die ihre Stimme nicht abgegeben hatten, doppelt so hoch wie bei denen, die gewählt hatten.

Junge Männer unter 50 Jahren, die nicht wählen, betrifft das Sterberisiko laut Studie am stärksten. Bei den Frauen sieht es anders aus. Nichtwählerinnen hatten erst im Alter – nämlich zwischen 75 und 94 Jahren – ein höheres Sterberisiko als Männer, die wählen gingen.

Eine weiteres Ergebnis der Analyse: Männliche Nichtwähler in den unteren 25 Prozent der Einkommensgruppen hatten mit 9 bis 12 Prozent ebenfalls ein höheres Sterberisiko im Vergleich zu jenen in den anderen Einkommensgruppen.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die keine Kausalität beweist. Einschränkungen bestehen daher zum Beispiel darin, dass manche Menschen vielleicht nicht wählen konnten oder sich bewusst dagegen entschieden haben.

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