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»Soziale Apnoe«
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Wenn Party am Wochenende den Schlaf stört

Wochenenden sollten Erholung pur sein – doch unregelmäßige Schlafzeiten und Alkohol können eine unterschätzte Form nächtlicher Atemaussetzer verstärken. Dafür gibt es jetzt auch einen Fachbegriff.
AutorKontaktdpa
Datum 15.08.2025  07:00 Uhr
Wenn Party am Wochenende den Schlaf stört

Mal länger aufbleiben, vielleicht ein Glas Wein oder Bier mehr und samstags oder sonntags richtig schön ausschlafen: Für viele gehört das zum Wochenende einfach dazu. Doch genau dieser Lebensrhythmus könnte eine bislang unterschätzte Gesundheitsgefahr bergen. Ein internationales Forschungsteam der Flinders University in Australien warnt vor einer neu identifizierten Form der Schlafstörung – »Social Apnea«, die soziale Schlafapnoe.

Eine Studie mit Daten von mehr als 70.000 Menschen weltweit zeigt: Die Atemaussetzer, die für die obstruktive Schlafapnoe typisch sind, treten am Wochenende deutlich häufiger auf als unter der Woche. Vor allem späte Bettzeiten, Alkoholgenuss und unregelmäßige Schlafmuster treiben das Risiko in die Höhe. Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift »American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine« veröffentlicht.

Was passiert bei einer Schlafapnoe?

Bei einer obstruktive Schlafapnoe (OSA) verengen oder verschließen sich die Atemwege im Schlaf wiederholt, wodurch der Schlaf unterbrochen wird. Das kann tagsüber zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, aber auch schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen.

So erhöht die Störung das Risiko für Herzkrankheiten, Diabetes, Depressionen, Demenz und Verkehrsunfälle. Im schlimmsten Fall droht ein plötzlicher Herztod. Schlafapnoe gilt als weit verbreitete, aber oft unerkannte Volkskrankheit. Weltweit sind schätzungsweise eine Milliarde Menschen betroffen.

»Schlafapnoe ist schon jetzt ein großes Problem für die öffentliche Gesundheit, aber unsere Ergebnisse legen nahe, dass ihr wahres Ausmaß bisher unterschätzt wird«, sagte Hauptautorin Dr. Lucia Pinilla vom Forschungszentrum FHMRI Sleep Health. »Die meisten klinischen Diagnosetests werden an einem einzigen Abend durchgeführt, normalerweise an einem Wochentag, wodurch der Wochenendeffekt, den wir jetzt als »soziale Apnoe« bezeichnen, nicht berücksichtigt wird.«

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