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Zentrale Insulinresistenz
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Wenn das Abnehmen einfach nicht klappen will

Ähnlich wie bei Fett-, Muskel- oder Leberzellen können auch die Insulinrezeptoren im Gehirn insulinresistent werden. Professor Dr. Hubert Preißl von der Universität Tübingen, der zum Thema forscht, berichtete beim Pharmacon in Schladming über die neuesten Erkenntnisse zur zentralen Insulinresistenz.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 19.01.2023  17:00 Uhr

Sport und SGLT-2-Hemmer als Intervention

Lässt sich eine zentrale Insulinresistenz therapieren? Ähnlich wie bei Typ-2-Diabtes können Änderungen des Lebensstils zu einer Besserung beitragen. So habe Preißl zufolge eine Sportintervention mit circa einstündigen Trainingseinheiten dreimal pro Woche bei Studienprobanden zwar keine Gewichtsreduktion bewirkt. Die Insulinempfindlichkeit im Striatum habe aber zugenommen.

Eine pharmakologische Therapieoption könnte zudem die Behandlung mit dem SGLT-2-Hemmer Empagliflozin sein. In einer Studie war die tägliche Gabe von 25 mg des Wirkstoffs über insgesamt acht Wochen mit einer verbesserten Insulinwirkung im Hypothalamus assoziiert. Der protektive Effekt im Gehirn, dessen genauer Wirkmechanismus noch nicht entschlüsselt wurde, hielt allerdings nur so lange an, wie Empagliflozin verabreicht wurde. Nach Therapieabbruch verschwinde die schützende Wirkung wieder, erklärte Preißl. In der Studie wirkte sich der SGLT-2-Hemmer zudem positiv auf das viszerale Fett aus.

Wichtig sei Preißl zufolge auch der Zeitpunkt der Intervention. Der Experte betonte: »Maßnahmen, die erst in einem höheren Alter begonnen werden, müssen intensiv sein, um ausreichend zu wirken. Die Erfolgschancen sind umso größer, je früher damit begonnen wird.«

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