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Beobachtungsstudie
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Weniger Zucker, gesünderes Herz

Ein stark reduzierter Zuckerkonsum in den ersten Lebensjahren kann die kardiovaskuläre Gesundheit bis weit ins Erwachsenenalter positiv beeinflussen. Laut einer Beobachtungsstudie mit Menschen, die im Vereinigten Königreich während der Zuckerrationierung nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden, sinkt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Co. um bis zu 30 Prozent.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 24.10.2025  18:00 Uhr
Bis zu 30 Prozent weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bis zu 30 Prozent weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die beobachteten Personen, die im Mutterleib und bis zu zwei Jahre nach der Geburt der Zuckerrationierung ausgesetzt waren, hatten als Erwachsene ein wesentlich niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als diejenigen, die nie eine Restriktion erlebt hatten. Das Gesamtrisiko für kardiovaskuläre Erkrankungen war um 20 Prozent niedriger. Herzinfarkte traten um 25 Prozent und Herzinsuffizienz um 26 Prozent seltener auf. Die Risiko für Herzrhythmusstörungen war um 24 Prozent erniedrigt, für Schlaganfälle um 31 Prozent und für kardiovaskulären Tod um 27 Prozent. Dies sei insbesondere auf positive Auswirkungen des geringen Zuckerkonsums auf den Blutzucker und den Blutdruck zurückzuführen, schreibt das Team.

Je länger die Teilnehmer der Rationierung ausgesetzt waren, desto größer war der schützende Effekt. Die Zuckerrationierung führte außerdem dazu, dass kardiovaskuläre Erkrankungen – wenn sie auftraten – bis zu zweieinhalb Jahre länger auf sich warten ließen als in der Vergleichsgruppe.

»Unsere Ergebnisse unterstreichen den Nutzen einer frühen Zuckerrationierung für das Herz«, fassen die Studienautoren zusammen. Sie sprechen sich außerdem für Folgestudien aus, die gezielt auch den Einfluss von Genen sowie Umwelt- und Lebensstilfaktoren untersuchten sollten, um personalisierte Präventionsmaßnahmen zu entwickeln.

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