»Wenn wir derart entspannt sind, können wir schneller eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen oder mehr Motivation aufbringen«, sagt Andrea Beetz. Sie ist Professorin für Heilpädagogik an der IU Internationale Hochschule und Präsidentin der International Society for Animal Assisted Therapy (ISAAT). Diese positive Grundstimmung kann zum Beispiel dazu beitragen, dass Patientinnen und Patienten neuen Erfahrungen aufgeschlossener oder mit weniger Ängsten begegnen.
Teils gilt es, mittels tiergestützter Therapie – etwa im Kontakt mit Pferden – auch Kommunikation, Sozial- und Lernverhalten, das Selbstwertgefühl oder soziale Kompetenzen zu fördern. Wie gut eine tiergestützte Therapie oder Intervention wirkt, hängt auch vom individuellen Charakter des Tieres und der Beziehung zwischen Therapeut und Klient ab. Stimmen die Grundvoraussetzungen, lasse sich manches schneller bewältigen als in reiner Therapie ohne Tier, so Diplom-Psychologin Beetz.
»Achten Sie immer auf den Grundberuf, also etwa einen staatlich zugelassenen Ergotherapeuten, der eine Zusatzausbildung für seinen therapeutischen Tiereinsatz hat«, rät Beetz. Am besten habe der Therapeut oder die Therapeutin schon einige Jahre ohne Tier gearbeitet und sei routiniert genug, um sich auf das Tier konzentrieren zu können. Das ist wichtig, um auf Stresssignale des Tieres achten, ihm ausreichend Pausen gönnen und Rückzugsorte bieten zu können.
Außerdem sollte es ein Hygiene- und Transportkonzept und Vorkehrungen für eventuelle Unfälle geben. Gewerbliche Anbieter müssen eine tierartspezifische Sachkunde nachweisen können.
Beim Bundesverband Tiergestützte Intervention oder den Dachverbänden ISAAT und ESAAT (European Society for Animal Assisted Therapy) sind Anbieter mit entsprechender Grund- und Zusatzausbildung aufgeführt.
Die Kosten können je nach Angebot stark variieren. Bei tiergestützten Interventionen handelt es sich in der Regel nicht um anerkannte Therapieverfahren. In der Regel übernimmt die Krankenkasse Beetz zufolge nur die Kosten für eine reguläre Psycho- oder Physiotherapie. Die zusätzlichen Kosten für den Einsatz des Tieres erstattet sie häufig nicht.
Hinter größeren Instituten, die beispielsweise Hippotherapie anbieten, stehen häufiger Fördervereine, die Kosten teilweise mit Hilfe von Spenden übernehmen.