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Abnehmspritzen
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Welche Supplemente sinnvoll sind

Zum Abnehmen gehört immer eine Ernährungsumstellung. Damit das funktioniert, haben Menschen mit Adipositas Anspruch auf eine Ernährungstherapie. Vor allem bei relativ schnellem Gewichtverlust durch können auch Nahrungsergänzungmittel sinnvoll sein.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 19.02.2026  18:00 Uhr

Wer Gewicht verlieren will, muss seine Ernährung, sein Bewegungspensum und sein Verhalten anpassen. Wenn man weniger isst, muss man jedoch verstärkt darauf achten, dass man sich genügend Makro- und Mikronährstoffe wie Proteine, Vitamine und Spurenelemente zuführt. Studien zeigen, dass es bei der Anwendung der sogenannten Abnehmspritzen zu Nährstoffdefiziten kommen kann. Schon vor dem Therapiestart besteht oft ein Defizit, da die Betroffenen meist schon viele Diäten hinter sich haben.

Tipps für die Beratung in der Apotheke gab es vergangenen Samstag bei einer gemeinsamen Fortbildung zum Thema Adipositas der Apothekerkammer und DPhG-Landesgruppe Hamburg. »Die Zahl auf der Waage ist weniger entscheidend als der Fettmasse-Verlust«, betonte der Pharmakologe Professor Dr. Martin Smollich vom Institut für Ernährungsmedizin am Uniklinikum Schleswig-Holstein. »Die Patienten haben oft ein riesiges Nährstoffdefizit, was auch schlecht für die Gesundheit ist.«

Wer abnimmt, ob mithilfe von Medikamenten wie den GLP-1-Rezeptoragonisten oder radikaler Diät, verliert in der Regel immer auch Muskelmasse, wenn nicht aktiv gegengesteuert wird. »Es ist sinnvoller, Muskelmasseverlust zu verhindern oder zu verlangsam, als nachher zu versuchen, die Muskulatur wieder aufzubauen. Das ist extrem schwierig«, erklärte Smollich.

Proteinzufuhr beim Abnehmen erhöhen

Daher sollte jeder, der abnehmen will, gleichzeitig Kraft- und Widerstandstraining machen und auf seine Proteinzufuhr achten. Normalerweise werden gesunden Erwachsenen 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag empfohlen. Unter Gewichtsabnahme sollten es mindestens 1,0 g pro kg Körpergewicht sein (berechnet auf das Idealgewicht).

»Patienten unter GLP-1-Rezeptoragonisten haben aber häufig keinen Appetit mehr. Jetzt sollen sie viel Protein essen, was zusätzlich satt macht – das ist für viele schwierig, doch es gibt Strategien.« Proteinpulver kann eine Option sein. Zusätzlich empfahl Smollich eine Supplementierung mit Kreatin und Leucin (7 bis 10 g pro Tag).

Generell sollte die Ernährung abwechslungsreich und ballaststoffreich sein sowie einen reduzierten Kohlenhydrat- und Fettanteil haben. Um sich nicht schlapp zu fühlen und Kopfschmerzen zu bekommen, sollte man Kohlenhydrate aber nicht komplett weglassen. Grundsätzlich sollten Maßnahmen eingeführt werden, die man ein Leben lang durchhalten kann.

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