Die systemische Therapie ist das jüngste Verfahren, das von den Krankenkassen anerkannt wird. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die einzelne Person, sondern ihr Umfeld: Probleme werden im Zusammenhang mit Beziehungen, Familie, Partnerschaft oder anderen wichtigen sozialen Systemen verstanden, erklärt Psychotherapeutin Christina Jochim.
Grundsätzlich eignet sich die systemische Therapie für alle Störungsbilder, besonders dann, wenn Beziehungssysteme eine wichtige Rolle spielen. Ursachen werden laut Egli häufig im familiären oder partnerschaftlichen Beziehungsgeflecht gesehen. »Eine typische Technik ist die Familienaufstellung, zum Beispiel mit Figuren«, so der Experte. Die Methode ist damit nicht nur für Paare und Familien hilfreich, sondern auch für Einzelpersonen, wenn ihre Probleme stark mit ihrem sozialen Umfeld zusammenhängen.
Zu Beginn finden die Sitzungen laut Egli meist alle ein bis zwei Wochen statt. Mit der Zeit werden die Abstände größer, gegen Ende oft nur noch alle sechs bis acht Wochen. Eine systemische Therapie dauert in der Regel ein halbes bis ein Jahr. Bei einer Langzeittherapie sind bis zu 36 Sitzungen möglich, die bei Erwachsenen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.