| Daniela Hüttemann |
| 13.10.2026 18:00 Uhr |
Die Behandlung einer Diarrhö bei Kindern richtet sich nach dem Ausmaß des Flüssigkeitsverlustes und dem allgemeinen Gesundheitszustand. / © Adobe Stock/Inspiria K.
Die S2k-Leitlinie zur Therapie von akuter infektiöser Gastroenteritis im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter empfiehlt, eine Glucose-Elektrolyt-Lösung (orale Rehydratationslösung) zu geben, wenn Anzeichen einer Dehydratation vorliegen. Dazu gehören Durst, Bewegungsmangel, trockene Lippen und Mund sowie wenig Harndrang. Dann sollten Glucose-Elektrolyt-Lösungen nach den Dosierungsempfehlungen der jeweiligen Präparate angewendet werden, heißt es in der aktuellen Evi-News-Ausgabe.
Solche oralen Rehydratationslösungen fördern die Aufnahme von Wasser und Elektrolyten, indem Natrium und Glucose im Dünndarm gemeinsam über den Natrium-Glucose-Cotransporter (SGLT1) aufgenommen werden. Wichtig ist dabei ein geeignetes Verhältnis von Natrium und Glucose. Es stehen dafür Pulver zum Anmischen wie Oralpädon® und Elotrans® zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in ihrer Osmolarität: Oralpädon gilt mit 240 mosm/l als niedrig osmolar; Elotrans hat eine höhere Osmolarität von 311 mosm/l.
Elotrans weist mit etwa 311 mosm/l eine höhere Osmolarität auf und entspricht damit hinsichtlich der Osmolarität der früheren WHO-Standardrezeptur. Sie wurde damals für alle Formen der akuten Diarrhö, insbesondere aber für Cholera mit hohen Natriumverlusten, eingeführt, erklärt Evi-News. Seit 2003 empfehlen die WHO und UNICEF dagegen eine hypoosmolare Lösung mit 245 mosm/l, unter anderem, da sich so der Bedarf an intravenöser Rehydratation verringern lasse. Sie wird auch für Mitteleuropa empfohlen.
Falls fertige Elektrolyt-Glucose-Mischungen aus der Apotheke nicht verfügbar sind, kann man zur Not diese Lösung selbst anrühren:
Das Evi-News-Team hat sich nun mit einer Metaanalyse aus dem Jahr 2024 beschäftigt, bei der die Wirksamkeit von niedrig osmolaren oralen Rehydratationslösungen (LORS) mit der Standard-ORS verglichen wurde. Bei den Heilungsraten innerhalb von fünf Tagen bei akutem Durchfall gab es demnach keinen statistisch signifikanten Unterschied. In drei Studien dagegen gab es eine signifikante Verkürzung der Gesamtdauer der Diarrhö mit LORS. Zudem wurden eine geringere Stuhlausscheidung und eine reduzierte Einnahme von ORS beobachtet. Evi-News stuft die Evidenz aufgrund diverser Einschränkungen als begrenzt ein.
Das Fazit: »Für die Apothekenpraxis bedeutet dies, dass niedrig osmolare orale Rehydratationslösungen als geeignete Maßnahme zur Behandlung leichter bis moderater Diarrhö bei Kindern empfohlen werden können und dass diese gegenüber Standard-ORS Vorteile hinsichtlich der Krankheitsdauer und des Flüssigkeitsbedarfs bieten könnten.«