| Johanna Hauser |
| 01.04.2026 10:00 Uhr |
Die AHA schlägt vor, die medikamentöse Behandlung eines resistenten Blutdruck Schritt für Schritt anzupassen, indem man gegebenenfalls Wirkstoffe oder Präparate tauscht. Dies wird stufenweise fortgeführt, bis der Zielwert von unter 130/80 mmHg erreicht ist. Die gesichtete Literatur bestätigt auch für diese Maßnahmen leichte bis mäßige blutdrucksenkende Effekte, die Azizi und Kollegen der Reihe nach bewerten.
In einem ersten Schritt soll die bestehende antihypertensive (Triple-)Therapie in ein Kombinationspräparat zu überführen. Im Vergleich zur Einzelgabe kann der SBP um bis zu 3,99 mmHg gesenkt werden (20 Studien).
Im nächsten Schritt wird – abhängig von der geschätzten Nierenfunktion (eGFR) – die diuretische Therapie angepasst und Chlortalidon statt vorhandener Thiazid-Diuretika eingesetzt (eGFR <30 ml/min/1,73 m²). Bei Bedarf kann ein Schleifendiuretikum ergänzt werden. Liegt die eGFR über 30 ml/min/1,73 m², kann auch Indapamid zum Einsatz kommen.
Hat der Patient eine eGFR von mindestens 45 ml/min/1.73 m² und einen Kaliumspiegel von maximal 4,5 mmol/l, soll das kaliumsparende Spironolacton zur Medikation hinzugefügt werden. Die Auswertung von 24 Studien zeigte, dass so eine Senkung des SBP um durchschnittlich 13,3 mmHg möglich ist.
Tolerieren die Patienten Spironolacton nicht, kann auf Eplerenon oder Amilorid ausgewichen werden. Wobei Amilorid gegenüber Spironolacton hinsichtlich der Blutdrucksenkung nicht unterlegen ist. Eplerenon senkt den SBP etwas schwächer, um 9,21 mmHg gegenüber Placebo.
Im weiteren Verlauf kommen schrittweise andere Substanzklassen zusätzlich zum Einsatz, die meist ebenfalls leicht bis mäßig den systolischen Blutdruck senken, beispielsweise:
Wenn die Blutdruckkontrolle nicht so verläuft, wie es der Hausarzt erwartet, sollte der Patient an einen Spezialisten überwiesen werden, schreibt die AHA. Gemeinsam mit dem Patienten solle die Möglichkeit einer kathetergestützten renalen Denervation, bei der minimalinvasiv sympathische Nervenfasern an den Nierenarterien verödet werden, erwogen werden. Auch dieser Eingriff senkt im Vergleich zu Placebo den SBP um 5,5 mmHg, wie die Auswertung von zehn Studien ergab.
Alles in allem zeigt die Übersichtsarbeit, in welchem Umfang die einzelnen Maßnahmen zur Senkung eines therapieresistenten Blutdrucks beitragen können. Allerdings weist die Arbeit auch Einschränkungen auf, wie die Autoren selbst festhalten. So könnten beispielsweise relevante Veröffentlichungen übersehen worden sein. Zudem haben nur wenige randomisierte kontrollierte Studien ausschließlich Patienten mit echter resistenter Hypertonie eingeschlossen. Dennoch zeigt die Übersicht, dass auch bei resistentem Bluthochdruck Möglichkeiten bestehen, mit einer individuell angepassten Therapie die Werte zu senken.