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Resistente Hypertonie
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Welche Maßnahmen den Blutdruck senken

Ungefähr 10 Prozent der Patienten mit Bluthochdruck leiden unter einer resistenten Form, das heißt, die Zielwerte werden trotz mehrerer Wirkstoffe nicht erreicht. Die Therapie wird dann schwierig. Eine Übersichtsarbeit fasst nun zusammen, wie der Blutdruck dennoch zu senken ist.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 01.04.2026  10:00 Uhr
Welche Maßnahmen den Blutdruck senken

In den USA sind knapp 50 Prozent der Bevölkerung von erhöhtem Blutdruck betroffen. Ein therapieresistenter Bluthochdruck liegt nach Ausschluss möglicher Ursachen (Weißkittel-Hypertonie, Non-Adhärenz, sekundärer Bluthochdruck) bei rund 10 Prozent der Patienten vor. Dies bedeutet, die Betroffenen können trotz medikamentöser Therapie die Blutdruckzielwerte von ≥130/80 mmHg nicht erreichen. Die American Heart Association (AHA) veröffentlichte 2018 ein Statement zur Behandlung dieser Form der Hypertonie. Demnach kann hier mit Lebensstilinterventionen, Medikationsanalyse oder falls nötig einer renalen Denervation noch eine gewisse Blutdrucksenkung erreicht werden.

Doch wie wirksam sind die einzelnen von der AHA empfohlenen Maßnahmen? Dieser Frage widmete sich ein Team um Dr. Michel Azizi vom George Pompidou Universitätsspital, Paris. Die Wissenschaftler durchforsteten 25 randomisierte klinische Studien (RCT), 17 Metaanalysen, 5 Beobachtungs- und 9 Querschnittsstudien, 17 Leitlinien und 14 Übersichtsarbeiten unter Verwendung der Suchbegriffe »resistente Hypertonie« oder »refraktäre Hypertonie«, um die blutdrucksenkenden Effekte der einzelnen Maßnahmen beziffern zu können. Die in »JAMA Network« veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die meisten der empfohlenen Anpassungen eine leichte bis mäßige Senkung des systolischen Blutdrucks (SBP) nach sich ziehen.

Anpassung der Lebensstilfaktoren

Auch bei Patienten mit einem therapieresistenten Blutdruck soll gemäß AHA zuerst am Lebensstil gearbeitet, werden, wenn auch in intensivierter Form. Zu den Maßnahmen zählen:

  • Aerobe Bewegung, 150 Minuten wöchentlich,
  • Kochsalzrestriktion (unter 1500mg täglich),
  • Einschränkung des Alkoholkonsums,
  • Gewichtsverlust,
  • Behandlung einer diagnostizierten obstruktiven Schlafapnoe,
  • Optimierung bestehender Arzneitherapien

Die Analyse von Azizi und Kollegen ergab, dass laut Auswertung von 21 Studien ein Salzersatz mit einem Anteil von 25 Prozent Kaliumchlorid den SBP um 4,61 mmHg senken kann. Ein blutdrucksenkender Effekt durch Alkoholverzicht hingegen ist lediglich bei Patienten zu beobachten, die mehr als zwei Gläser pro Tag konsumieren. Überstieg der Konsum sechs Gläsern täglich, reduzierte sich der Blutdruck durch Halbierung der genossenen Menge Alkohol um 5,50 mmHg (Metaanalyse von 36 RCT).

Bei einem Gewichtsverlust schlägt jedes abgenommene Kilogramm mit einer Senkung des SBP um 1,05 mmHg zu Buche (25 RCT). Eine Therapie der Schlafapnoe mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck senkte in 12 RCT den SBP über 24 Stunden um durchschnittlich 5,92 mmHg. Ein mehrwöchiges, begleitetes Bewegungsprogramm senkte den SBP um rund 7 mmHg im Vergleich zu einer einmaligen Anleitung (2 RCT).

Wann immer möglich, sollten Arzneimittel, die den Blutdruck erhöhen können, abgesetzt oder durch Alternativen ersetzt werden, die den Blutdruck nicht beeinflussen, heißt es in Azizis Paper. Denn selbst moderate medikamentenbedingte Blutdruckerhöhungen (2 bis 5 mmHg) könnten das kardiovaskuläre Risiko bei Patienten mit resistenter Hypertonie erhöhen. Blutdrucksteigernd wirken unter anderem Glukokortikoide, Immunsuppressiva, Epinephrin, NSAR und SNRI. Auch der Konsum von Drogen wie Amphetaminen und Kokain kann den Blutdruck erhöhen. Beinahe schon ein Klassiker ist das Glycyrrhizin aus der Süßholzwurzel, das in Lakritz enthalten ist.

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