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Gematik-Spezifikationen
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Weg frei für Konnektor-freie Apotheken

Um sich mit der Telematik-Infrastruktur (TI) verbinden zu können, stehen in den Apotheken derzeit Konnektoren. Die Gematik hat nun Spezifikationen, also gewissermaßen die technische Beschreibung, für den sogenannten »TI-Gateway« vorgelegt, über den sich Apotheken und Praxen künftig in der TI anmelden könnten.
AutorKontaktPZ
Datum 21.02.2023  15:00 Uhr

Um in der Telematik-Infrastruktur Daten austauschen zu dürfen, müssen Apotheken, Praxen und Kliniken bestimmte Sicherheitsmerkmale erfüllen. Zur Einwahl ins System benötigen sie neben dem Heilberufsausweis (HBA) und der SMC-B-Karte auch einen Konnektor, sprich ein Router-ähnliches Verbindungsgerät. Pro Apotheke gibt es derzeit in der Regel einen Einbox-Konnektor.

Die Gematik will es Apotheken, Praxen und Kliniken nun aber ermöglichen, auf diese Einbox-Router zu verzichten. Dazu hat sie die technischen Pläne (Spezifikationen) zum »TI-Gateway« veröffentlicht. Laut einer Mitteilung der Gematik haben mit den Gesellschaftern der Gematik, zu denen auch der Deutsche Apothekerverband (DAV) gehört, sowie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) in den vergangenen Wochen Abstimmungen zur Spezifikation stattgefunden.

Zentrale Konnektoren in Rechenzentren

Die von der Gematik vorgeschlagene Lösung sieht vor, dass es in größeren Rechenzentren künftig zentrale Highspeed-Konnektoren gibt, mit denen sich mehrere Institutionen verbinden und somit in der TI anmelden. Laut Gematik sollen die deutlich leistungsfähigeren Highspeed-Konnektoren noch in diesem Jahr zugelassen werden. Über die TI-Gateways sollen sich die einzelnen Apotheken, Praxen und Kliniken mit dem Highspeed-Konnektor verbinden. Nach Gematikangaben eröffnen die Gateways die Möglichkeit, dass sich eine Vielzahl an Heilberuflern sicher und mit entsprechenden Support-Leistungen an die TI anbinden können. Die Installation eines einzelnen Konnektors vor Ort in der Praxis sei damit nicht mehr notwendig. Mit der veröffentlichten Spezifikation seien nun die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Industrie entsprechende Lösungen und Alternativen zu den bisherigen Einbox-Konnektoren entwickelt.

Um die Zukunft der derzeitigen Einbox-Konnektoren gibt es schon länger Diskussionen. Konkret laufen für zahlreiche Konnektoren schon bald die Nutzungsberechtigungen aus. Sollten bis zum Auslaufen dieser Zertifikate die neuen Highspeed-Konnektoren zur Verfügung stehen, könnten die betroffenen Praxen und Apotheken darauf umsteigen. Hintergrund ist auch, dass der Gesetzgeber die Gematik damit beauftragt hat, Alternativen zum Einbox-Konnektor zu erarbeiten. Die Gematik hatte dazu auch das Konzept der »TI 2.0« vorgelegt, in dem es unter anderem um einen Hardware-freien Zugang zur TI geht.

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