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Diabetische Polyneuropathie 
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Was tun bei Nervenschmerzen?

Kribbeln, Brennen, Schmerzen – etwa jeder zweite Typ-1- oder Typ-2-Diabetiker erleidet im Laufe seiner Erkrankung eine diabetische Polyneuropathie. Wie sich die Erkrankung therapieren lässt, erklärte Professor Dr. Achim Schmidtko von der Goethe-Universität Frankfurt am Main beim Pharmacon in Meran.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 04.06.2024  09:00 Uhr

Mittel der zweiten Wahl

Mittel der zweiten Wahl sind topisches Capsaicin in einer hohen Dosierung (8 Prozent) und Tramadol. Tramadol ist ein Racemat, dessen Enantiomere und der aktive Metabolit O-Desmethyltramadol zur Wirkung beitragen. (-)-Tramadol hemmt die Wiederaufnahme von Noradrenalin, während (+)-Tramadol die Wiederaufnahme von Serotonin im synaptischen Spalt hemmt. »Dies erklärt, warum Tramadol hier eine Wirksamkeit zeigt, während andere schwache Opioide nicht gut wirksam sind«, sagte Schmidtko. O-Desmethyltramadol wirkt als µ-Rezeptoragonist.

Zum Abschluss fasste der Referent einige wichtige Therapiegrundsätze zusammen. So sei der Wirkstoff und die Dosis bei jedem Patienten individuell zu ermitteln, unter Berücksichtigung der Beschwerden, Kontraindikationen und Nebenwirkungen. Die Titration sollte sorgfältig erfolgen und die Wirksamkeit eines Medikaments erst nach zwei bis vier Wochen unter ausreichender Dosierung beurteilt werden.

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