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Lebensmittelallergien
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Was sagt der Allergietest?

Eine Lebensmittelallergie ist im Alltag sehr einschränkend. Besonders sorgfältig muss daher die Diagnose gestellt werden. Doch wie sind die Ergebnisse von Allergietests zu verstehen? Häufig werden die Blut- und Pricktests falsch interpretiert.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 02.09.2021  09:00 Uhr

Keine voreiligen Schlüsse ziehen

Wird eine Allergie auf ein Lebensmittel vermutet, kann dies mit Prick- oder Bluttests überprüft werden. Beim Pricktest werden dem Patienten allergenhaltige Lösungen auf die Haut getröpfelt, die Haut angeritzt und dann beobachtet, ob eine Hautreaktion auftritt. Pricktests würden von Ärztinnen und Ärzten häufig zuerst angeboten, da sie schnell durchzuführen, preiswert und gut verfügbar sind. Genauer als der Bluttest seien sie aber nicht, beide seien in der Aussagekraft vergleichbar, so Lange. Bei Letzterem werden im Blut IgE-Antikörper gegen bestimmte Allergene nachgewiesen. Dieser zeigt aber, wie der Pricktest auch, ausschließlich eine Sensibilisierung gegen ein Allergen und keine Allergie an, betonte der Mediziner.

Häufig würden die Ergebnisse der Allergietests falsch interpretiert und alle Lebensmittel gemieden, bei denen das Ergebnis positiv war, berichtete der Mediziner. Doch ein positiver Test bedeute nicht, dass tatsächlich eine Allergie besteht. So zeigen etwa 10,8 Prozent der Kinder in Deutschland in Studien eine Sensibilisierung auf Erdnüsse, doch nur 0,2 bis 0,5 Prozent der Kinder sind wirklich allergisch, reagieren also mit Symptomen auf den Konsum von Erdnüssen. »Weniger als eins von 20 Kindern mit positivem Allergietest ist wirklich allergisch auf Erdnüsse«, sagte Lange. Bei Weizen falle dies noch deutlicher aus: Trotz einer Positivrate von fast 10 Prozent in Allergietests, seien nur etwa 0,01 Prozent allergisch auf Weizen. »Ein positiver Allergietest sagt noch nicht viel«, so Lange. 

Die molekulare Allergiediagnostik erlaube einen etwas genaueren Blick. Mit diesem Bluttest lassen sich IgE-Antikörper gegen spezifische Epitope von Proteinen aus Nahrungsmitteln detektieren. Damit lasse sich erkennen, ob eine Sensibilisierung gegen pollenassoziierte Allergene oder gegen typische Nahrungsmittelallergene vorliegt. Aber auch dieser Test zeige nur eine Sensibilisierung und keine Allergie an.

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