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Neue Designer-Droge
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Was man bislang über Cychlorphin weiß

Vor ein paar Wochen ist im Raum Karlsruhe ein neues hoch potentes synthetisches Opioid aufgetaucht: Cychlorphin. Seither kursieren bundesweit Warnmeldungen. Todesfälle werden mit dem Stoff in Verbindung gebracht. Was ist Cychlorphin?
AutorKontaktdpa
Datum 06.02.2026  15:30 Uhr

Cychlorphin zählt zu den neuen psychoaktiven Stoffen (NPS). Das sind chemisch hergestellte Drogen. Sichere Daten gibt es noch nicht. Cychlorphin soll laut dem Laborverbund LADR aber 50- bis 200-mal stärker sein als Heroin. Cychlorphin ist seit Anfang Dezember dem NPS-Gesetz unterstellt. Dieses soll die Verbreitung von NPS bekämpfen. Handeltreiben, Inverkehrbringen, Verabreichen sowie Herstellen von dort genannten NPS stehen unter Strafe.

In zwei Urinproben von Patienten der Awo-Ambulanz Karlsruhe und in einer sichergestellten Flasche sei Cychlorphin nachgewiesen worden, teilte die Awo mit. Es wird den Angaben nach als farbloses E-Liquid angeboten. »Die Patienten berichten, sie hätten Proben zum Ablecken auf die Hand geträufelt bekommen, prinzipiell ist aber auch ein inhalativer oder intravenöser Konsum naheliegend.«

Verschiedene Konsumwege, euphorisierende Wirkung

Laut dem Facharzt und Einrichtungsleiter Dr. Christoph Stoll haben sechs Patienten vom Konsum berichtet. Drei hätten die Substanz über mehrere Tage oder Wochen eingenommen – oral, inhalativ, in einem Fall auch intravenös.

Die Wirkung sei »gut« gewesen, Cychlorphin habe ein warmes euphorisches Gefühl gemacht, man habe auch gut »nodden« (wegdösen) können. Verbreitet habe es wohl ein Mann, teilte Stoll mit. »Die Gefahrenlage war nicht einschätzbar, da es kaum valide Informationen zur Wirkstärke des Stoffes gab. Es waren aber Todesfälle in England berichtet worden.« Daher habe die Awo Mitte Dezember eine Warnmeldung verschickt. Diese verbreitete sich. Bei der Karlsruher Polizei ist Cychlorphin bislang kein Thema.

»Seit Mitte Januar hören wir keine Berichte mehr von Cychlorphin-Konsum durch Patienten«, teilte Awo-Facharzt Stoll mit. In toxikologischen Urinuntersuchungen sei auch kein Cychlorphin mehr nachgewiesen worden. Allerdings sei der Stoff nur ein Beispiel.

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