Der Laborverbund LADR erklärt auf seiner Internetseite, dass Cychlorphin als alleiniges aktives Opioid in gefälschten pharmazeutischen Opioid-Präparaten nachgewiesen worden sei, die andere Stoffe enthalten sollten. »Dies erhöht das Risiko versehentlicher Überdosierungen, insbesondere bei Patienten in der Substitutionstherapie, die möglicherweise auf dem Schwarzmarkt nach zusätzlichen Opioiden suchen.« Diese müssten über die Gefahren gefälschter Medikamente und hochpotenter synthetischer Opioide aufgeklärt werden.
Rettungsdienste, Notaufnahmen und andere mögliche Ansprechpartner müssen die neuen Entwicklungen in der Drogenszene auf dem Schirm haben, um überhaupt eine mögliche Cychlorphin-Vergiftung in Erwägung zu ziehen. Als Gegenmittel kann nach ersten Erkenntnissen das Notfallmedikament Naloxon helfen. Es seien allerdings (wie bei anderen hochpotenten Opioiden) mehrere Sprühstöße notwendig, heißt es beim NEWS-Projekt.
Fachleute sprechen sich zudem für sogenannte Drug-Checking-Angebote aus, also Stellen, bei denen Drogen legal auf Inhaltsstoffe getestet werden können. Diese müssen natürlich schnell über neue Stoffe im Umlauf informiert werden.
»Wir müssen damit rechnen, dass immer wieder neue synthetische Opioide entwickelt und vertrieben werden«, so Stoll von der Awo-Ambulanz Karlsruhe. »Durch die Verknappung von Heroin auf dem Schwarzmarkt besteht ein Interesse an solchen Substanzen.« Globalisierung und weltweite Vertriebswege machten dies möglich.
Aktuell berichtete das Toxikologische Labor LADR vom vermehrten Auftreten eines weiteren synthetischen mit Fentanyl verwandten Opioids: Methoxyacetylfentanyl. »Wir müssen wachsam und auf der Hut sein.«