Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Ohrlöcher fürs Kind
-
Was Eltern wissen sollten

Oft kommt der Wunsch nach Ohrlöchern bei Kindern im Grundschulalter auf. Doch das Stechen birgt auch Risiken und eine vernünftige Nachsorge ist wichtig. Wissenswertes für Eltern.
AutorKontaktdpa
Datum 30.06.2025  11:00 Uhr

Funkelnde Stecker oder Creolen mit bunten Perlen: Auf einmal wünscht sich der Nachwuchs genau das – und die Voraussetzung dafür sind Ohrlöcher. Eltern fragen sich dann: Ist mein Kind schon bereit dafür? Und wenn ja: Worauf müssen wir achten, damit alles gut abheilt und sich nichts entzündet? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ab wann sind Ohrlöcher für Kinder erlaubt? Ein Mindestalter für das Ohrlochstechen gibt es nicht. »Oft entscheiden nicht die Eltern, sondern es sind die Kinder, die sich Ohrlöcher wünschen«, sagt Dr. Miriam Schramm. Sie ist HNO-Ärztin und Allergologin in Frankfurt – und bietet selbst das Stechen von Ohrlöchern in ihrer Praxis an. »Die meisten kommen dann üblicherweise zwischen dem sechsten und zwölften Lebensjahr«, berichtet sie. Bis zum 18. Geburtstag müssen die Erziehungsberechtigten eine schriftliche Zustimmung abgeben. Aber: »Meistens kommen die Kinder in Begleitung der Eltern.«

Welche Risiken gibt es?

Bei Kleinkindern kann es schnell zu Verletzungen kommen – etwa, wenn sie sich an den Ohren reißen. Je kleiner das Kind, desto gründlicher sollten Eltern abwägen, ob nun schon der richtige Zeitpunkt für Ohrlöcher ist.

Grundsätzlich besteht stets die Gefahr von Wundinfektionen. Denn: »Beim Durchstechen des Gewebes können Keime eindringen«, sagt Schramm. Das kann Infektionen und Schwellungen hervorrufen. »Allergien sind prinzipiell auch möglich, insbesondere wenn Nickel in den Ohrringen enthalten ist«, sagt Tanja Brunnert. Sie ist Bundespressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ).

Und: »In ganz seltenen Fällen können Patienten auch Keloide bilden«, sagt Miriam Schramm. Hierbei handelt es sich um überschießendes Narbengewebe, der Heilungsprozess ist gestört. »Das hängt vom Hauttyp ab und tritt häufiger bei dunkelhäutigen Patienten auf.« Die Narben seien dann schwierig nachzubehandeln.

Deswegen wägt die Ärztin individuell ab, wem sie ein Ohrloch sticht und wie hoch das Risiko zur Narbenbildung ist. »Ich würde nicht zwingend jedem zu einem Ohrlochstechen raten.«

Immerhin: Dass Ohrringe ausreißen, sieht die Expertin selten. Doch es kann dazu kommen, dass die Ohrlöcher durch schweren Schmuck aushängen, vor allem dann, wenn sie zu tief gesetzt wurden.

Mehr von Avoxa