| Laura Rudolph |
| 18.02.2026 15:40 Uhr |
»Solange es politisch gewollt ist, dass die Krebsbehandlung in Deutschland in jedem Krankenhaus möglich ist, werden wir in der Onkologie Qualitätsprobelme haben«, betonte auch Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. Er riet, dass sich jeder Krebspatientin zunächst in einem Comprehensive Cancer Center (CCC) oder einem von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Krebszentrum behandeln lassen soll.
Außerdem müssten die Versorgungsstrukturen – Spitzenzentren, zertifizierte Krebszentren und niedergelassene onkologische Facharztpraxen – besser miteinander vernetzt werden. Mit den zwei Förderprogrammen »ONCOnnect« und »Modelle für eine optimierte dezentrale onkologische Versorgung« trage die Deutsche Krebshilfe zu einer besseren Verzahnung bei.
Tatjana Loose, die 2015 an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte, sprach bei der Pressekonferenz aus Patientensicht. Sie rät allen Krebsbetroffenen, sich nicht einfach im nächstgelegenen Klinikum behandeln zu lassen. »Durch Zufall bin ich damals in einem zertifizierten Zentrum behandelt worden. Das war Glück im Unglück, denn so konnte sichergestellt werden, dass alle Behandlerinnen und Behandler tatsächlich eine Fachexpertise bei der Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs haben und eng zusammenarbeiten.«
Auch eine ganz persönliche Einsicht teilte sie: »Das Leben mit oder nach dem Krebs wird ein anderes sein, aber es ist ein Leben. Habt Geduld mit euch.«
Zum Abschluss stellte Professor Dr. Sascha Dietrich, Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, eine Übersicht über verschiedene Immuntherapien bei Krebs vor, darunter bispezifische Antikörper, CAR-T-Zell-Therapien und therapeutische Krebsimpfungen.
Viel Aufmerksamkeit erhielten derzeit therapeutische mRNA-Impfstoffe. »Erste Erfolge gibt es bereits, zum Beispiel beim schwarzen Hautkrebs«, so Dietrich. Auch für das Pankreaskarzinom werde intensiv daran geforscht, passende Impfstoffe zu entwickeln.
Für viele Krebsarten reiche eine Krebsimpfung allein bisher jedoch noch nicht aus. »Die Reise geht jedoch dahin, dass wir unterschiedliche immuntherapeutische Ansätze miteinander kombinieren, um die volle Power des Immunsystems auszunutzen.«