| Jennifer Evans |
| 11.02.2026 08:00 Uhr |
Indoor-Health: Mit »House Burping« gegen Viren und Schadstoffe vorgehen. / © Adobe Stock/goodluz
Fenster auf, Luft raus, Viren weg – in kurzen Clips zeigen Menschen auf TikTok und Instagram, wie sie Türen und Fenster öffnen und verkünden, dass ihr Zuhause jetzt »aufgestoßen« hat. Der Social-Media-Trend nennt sich »House Burping«.
In Deutschland ist diese Erkenntnis nicht gerade eine Revolution. Stoßlüften oder Schocklüften gehört zum Alltag, um Feuchtigkeit, Rauch, Chemikalien und Viren aus den eigenen vier Wänden zu vertreiben. Das ist sogar in vielen Mietverträgen verankert. In Klassenräumen und Konferenzsälen macht man sich den Effekt schon lange zunutze.
Frische Luft sei aber nicht immer gesunde Luft, betont Vikram Niranjan, Assistenzprofessor für öffentliche Gesundheit an der Universität Limerick, auf der Wissenschaftsplattform »The Conversation«. In grünen Gegenden wirkten Bäume zwar wie Filter und sorgten für bessere Luftqualität, in der Stadt sehe es anders aus. Wer zur Hauptverkehrszeit lüftet, tauscht womöglich Viren gegen Abgase, Reifenstaub und Stickstoffdioxid ein. Für Menschen mit Asthma, Herzerkrankungen oder chronischen Lungenproblemen bringt der Luftaustausch dann keinen gesundheitlichen Nutzen mehr.
Zudem bringen Studien laut Niranjan einen höheren Feinstaub- und Kohlendioxid-Gehalt mit einer schlechteren Konzentration, verlangsamtem Denken und einem höheren Risiko für Angstzustände und Depressionen in Verbindung. Wichtig ist auch das Timing: Kurz nach einem Regen oder abseits der Rushhour bringt das »House Burping« am meisten.
Vielleicht moviertet der Trend ja einige dazu, öfter zur richtigen Zeit die Fenster aufzureißen – nicht nur fürs Haus, sondern auch für die eigene Gesundheit.