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Review
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Was bewirkt Abnehmen bei PCOS?

Eine Gewichtsreduktion könnte sich bei übergewichtigen und adipösen Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom (PCOS) nicht nur positiv auf die Insulinresistenz und den Androgenspiegel auswirken, sondern auch die Menstruationsfrequenz erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Review.
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 18.11.2024  10:30 Uhr

PCOS ist mit einer Prävalenz von etwa 15 Prozent die häufigste endokrinologische Erkrankung bei Frauen im fertilen Alter. Das Krankheitsbild ist komplex und zeichnet sich durch einen klinischen oder biochemischen Hyperandrogenismus, ovarielle Dysfunktion und polyzystische Ovarien im Ultraschall beziehungsweise erhöhte Anti-Müller-Hormonspiegel aus. Für die Diagnose müssen gemäß der internationalen Leitlinie aus dem Jahr 2023 zwei von drei dieser Kriterien erfüllt und andere Ursachen ausgeschlossen sein.

Das klinische Bild ist heterogen. So können etwa dermatologische Symptome wie Hirsutismus oder Akne, reproduktive Symptome wie unregelmäßige Menstruationszyklen oder Unfruchtbarkeit, metabolische Symptome wie Insulinresistenz oder metabolisches Syndrom und psychologische Symptome wie Depressionen auftreten. Schätzungen zufolge sind mehr als die Hälfte der Patientinnen übergewichtig.

Effekte eines Gewichtsverlusts quantifizieren

Klinische Leitlinien rieten zwar zur Gewichtsreduktion, doch sei bislang unklar, wie effektiv diese Maßnahme ist, schreibt aktuell eine Arbeitsgruppe um Dr. Jadine Scragg von der Oxford University im Fachjournal »Annals of Internal Medicine«. Mithilfe eines systematischen Reviews wollte sie die Effekte nun quantifizieren. Dazu analysierte das Team randomisiert kontrollierte Studien, die Interventionen zur Gewichtsreduktion mit der üblichen Versorgung, darunter auch Maßnahmen zur Gewichtsabnahme mit geringerer Intensität (wie Beratung), verglichen.

Die primäre Analyse umfasste 29 Vergleiche mit insgesamt 1529 Teilnehmerinnen; 13 Untersuchungen davon hatten ein hohes Verzerrungsrisiko. In zwölf der Untersuchungen wurden verhaltenstherapeutische Maßnahmen, in neun die GLP1-Agonisten Liraglutid, Exenatid oder Beinaglutid und in den übrigen acht andere Medikamente zur Gewichtsreduktion untersucht. Im Schnitt lag der Gewichtsverlust bei 3,78 kg.

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