| Paulina Kamm |
| 12.01.2026 13:45 Uhr |
Der schnelle Abnehmerfolg mag verlockend sein – vor Risiken, die mit Abnehmpräparaten aus dem Internet einhergehen, warnen jetzt Apothekerkammer und -verband aus Nordrhein. / © Getty Images/Antonio_Diaz
Insbesondere bei Produkten, die mit dem Begriff GLP-1 werben, sei aktuell noch mehr Vorsicht geboten, heißt es in einer Pressemeldung von Kammer und Verband Nordrhein. Die Nachfrage nach schnellen Abnehmhilfen sei im Januar stärker denn je. »Gerade zum Jahresanfang beobachten wir eine auffällige Zunahme unseriöser Angebote, die mit schnellen Abnehmerfolgen locken«, erklärt Kammerpräsidentin Armin Hoffmann.
Die gefälschten Arzneien werden demnach auf verschiedensten Wegen angeboten. Nahrungsergänzungsmittel, Tropfen oder Pflaster – die Applikationsform spiele kaum eine Rolle, denn die Produkte verfügten über keinerlei wissenschaftlich belegten Nutzen für die konsumierende Person. »Häufig sind weder Zusammensetzung noch Herkunft dieser Produkte transparent nachvollziehbar, teilweise fehlen sogar gesetzlich vorgeschriebene Inhaltsangaben vollständig«, heißt es in der Meldung.
Auch bei Vorliegen eines gültigen Rezepts raten Apotheken in Nordrhein davon ab, verordnete Arzneimittel zur Gewichtsreduktion unkontrolliert über das Internet zu beziehen. Das Risiko, an unseriöse Anbieter zu geraten, sei erhöht. Abgesehen von den Inhaltsstoffen der Präparate müsse bei GLP-1-Präparaten ein kühlkettenpflichtiger Versand bewerkstelligt werden. Dies sei nicht zwingend sichergestellt – in der Apotheke vor Ort hingegen schon.
»GLP-1-Medikamente sind keine Produkte für Menschen, die ein oder zwei Pfund zu viel auf die Waage bringen«, betont der Verbandsvorsitzende Thomas Preis. »Sie wirken gezielt in den Stoffwechsel ein und müssen individuell verordnet, richtig dosiert und fachlich begleitet werden«.
Nicht nur die Apothekerinnen und Apotheker in Nordrhein warnen vor den Gesundheitsgefahren unseriöser Internetangebote. Auch internationale Gesundheitsbehörden warnen inzwischen vor gefälschten Produkten und damit einhergehenden Risiken.
»Gerade bei sensiblen Arzneimitteln wie GLP-1-Präparaten ist es entscheidend, dass Rezepte in der Apotheke vor Ort eingelöst werden«, so Preis. »So ist sichergestellt, dass es sich um Original-Arzneimittel handelt, die korrekt gelagert wurden und bei denen Anwendung, Dosierung und mögliche Risiken persönlich erläutert werden.«
Auch Kammerpräsident Hoffmann betont die Rolle der stationären Apotheken: »Der sicherste Weg, nicht eine gesundheitsgefährdende Fälschung zu erwerben, ist die Apotheke vor Ort.«