Der Bedarf an Blutplasma wächst seit Jahren, doch die Zahl der Spenderinnen und Spender steigt kaum. Jetzt warnen mehrere Verbände vor einer drohenden Knappheit und schlagen eine ganze Reihe an Maßnahmen vor.
Um das Blutplasma-Ökosystem zu stärken und die Versorgung sicherzustellen, werden in dem Positionspapier eine ganze Reihe an konkreten Forderungen aufgezählt:
Streichung der bisherigen Datumsgrenze für die Befreiung sämtlicher Immunglobulinpräparate
vom Preismoratorium zur Verhinderung einer Marktverzerrung.
Reduzierung des Herstellerabschlags, um der besonderen Kostenstruktur von
Blutplasmaprodukten gerecht zu werden.
Verbot der »aut-idem«-Substitution in Apotheken für Blutplasmaprodukte, um optimale Behandlungen zu gewährleisten.
Abschaffung der Parallelimportförderung um die Versorgungssicherheit von Blutplasmapräparaten
zu gewährleisten und die lokale Produktion sowie stabile Lieferketten zu unterstützen.
Anpassung des aktuellen Meldesystems zu Daten zur frühzeitigen und verlässlichen Erkennung von Versorgungsengpässen mit Blutplasmapräparaten.
Verbesserung der Rahmenbedingungen für Blutplasmaspende und -sammlung durch umfassende Informations- und Motivationskampagnen der zuständigen Behörde.
Verringerung der Abhängigkeit von Blutplasmaimporten aus dem nicht-europäischen Ausland durch Ausweitung der Blutplasmaspenden EU-weit, unter Einbeziehung der positiven Erfahrungen des deutschen Modells, das auf der Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure beruht.
Effiziente und unbürokratische Umsetzung der EU SoHO-Verordnung, um die bestehenden Sicherheits- und Qualitätsstandards zu gewährleisten, ohne dabei unnötige bürokratische Auflagen für Spendezentren und Hersteller zu schaffen.