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Von Adeno- bis Zikavirus
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Wann Sperma Viren enthalten kann

Forschende der Berliner Charité haben 22 persistierende Viren im menschlichen Sperma identifiziert, die teilweise reproduktionsfähig und/oder sexuell übertragbar waren. Die Dauer der Persistenz variierte von wenigen Wochen bis hin zu Jahren.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 30.12.2024  15:00 Uhr

Bestimmte Viren können während und nach einer akuten Infektion bei einem Mann im Sperma verbleiben. Manche können sich dort aktiv vermehren und/oder sind potenziell sexuell übertragbar. Die Persistenz von Viren im Sperma ist ein relevanter Aspekt für die öffentliche Gesundheit, insbesondere, wenn es sich um Erreger mit pandemischem Potenzial handelt.

Frühere Forschungen zu diesem Thema basierten meist nur auf Fallberichten und konzentrierten sich hauptsächlich auf Erreger, die chronische Infektionen verursachen (wie HIV oder Hepatitis B). Dazu zählt auch eine nicht systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017, die 27 Viren im Sperma identifizierte (»Emerging Infectious Diseases«, DOI: 10.3201/eid2304.161692).

Aber auch nach einer akuten Infektion können Viren im menschlichen Sperma persistieren. Wie lange das der Fall ist und ob sie potenziell durch ungeschützten Sex übertragen werden können, haben nun Forschende vom Center for Global Health der Berliner Charité analysiert. Mithilfe eines systematischen Reviews aus 208 Studien mit insgesamt 8387 Teilnehmern identifizierten sie 22 Viren im Sperma. Insgesamt zwölf davon konnten sich in der Samenflüssigkeit vermehren und neun konnten sexuell übertragen werden – auf einige traf beides zu. Die Ergebnisse sind kürzlich im Fachjournal »The Lancet Microbe« erschienen.

Nachweisbare Viren im Sperma

Bei den eingeschlossenen Arbeiten handelte es sich mehrheitlich um Fallberichte oder -serien. Sie verwendeten verschiedene Methoden, um Viren nachzuweisen, wie PCR-Tests und Genomsequenzierung. Den Daten zufolge können die in Sperma vorhandenen Viren wie folgt eingeteilt werden:

  • Viren, die weder vermehrungsfähig noch sexuell übertragbar waren: Chikungunya-Virus, Kyasanur-Wald-Fieber-Virus, Nipah-Virus, Rifttal-Fieber-Virus, SFTS-Virus (Severe Fever with Thrombocytopenia Syndrome), Enteroviren, SARS-CoV-2 und Gelbfieber-Virus.
  • Vermehrungsfähige und potenziell sexuell übertragbare Viren: Ebola-Virus, Hepatitis-E-Virus, Marburg-Virus, Zikavirus, Adenovirus, Dengue-Virus und Mpox-Virus.
  • Nicht vermehrungsfähig, aber potenziell sexuell übertragbar waren das West-Nil-Virus und das Andes-orthohanta-Virus.
  • Als vermehrungsfähige, aber nicht sexuell übertragbare Viren wurden das Chapare-Virus, Lassa-Virus, Toskana-Virus, Adeno-assoziierte Viren und das Mumpsvirus identifiziert.

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