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Modell aus England
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Walgreens will mehr Möglichkeiten für Apotheker

Bei sieben gewöhnlichen Krankheiten können sich Patientinnen und Patienten in England direkt in der Apotheke helfen lassen. Auch Walgreens schielt auf dieses Modell und will politische Entscheidungsträger dazu auffordern, die Möglichkeiten von Apothekern zu erweitern.
AutorKontaktMelanie Höhn
Datum 10.04.2024  14:30 Uhr

Tim Wentworth, Geschäftsführer der Walgreens Boots Alliance, arbeitet laut US-Medienberichten mit staatlichen und bundesstaatlichen Aufsichtsbehörden zusammen, um die Rolle der Apothekerschaft zu erweitern. Konkret setzt er sich dafür ein, dass US-amerikanische Apothekerinnen und Apotheker Medikamente für sieben routinemäßige Gesundheitszustände verschreiben dürfen, wie es in England bereits seit 31. Januar möglich ist. Offizinen, die dort den neuen Service namens »Pharmacy First Common Ailments« anbieten, bekommen dafür eine monatliche Pauschale. Bei den Erkrankungen handelt es sich um Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Hals- sowie Ohrenschmerzen, infizierte Insektenstiche, Hautausschlag (Impetigo), Gürtelrose und unkomplizierte Harnwegsinfektionen bei unter 65-jährigen Frauen.

Wentworth will nun politische Entscheidungsträger dazu drängen, dies auch in den USA einzuführen. »Ich habe mir dies zu meiner Aufgabe gemacht«, sagte er in dem Medienbericht. Er wolle diese erweiterten Möglichkeiten für die Apothekerschaft auch angesichts ihres wachsenden Einflusses, der vor allem während der Coronavirus-Pandemie zum Ausdruck kam, durchsetzen.

Schlüsselrolle der Apotheker

Das US-amerikanische Unternehmen Walgreens besitzt mehr als 2000 Boots-Apotheken im Vereinigten Königreich und hat laut Wentworth so bereits aus erster Hand gesehen, wie eine erweiterte Rolle der Apotheker Patientinnen und Patienten helfen und gleichzeitig die vom Unternehmen angebotenen Gesundheitsdienstleistungen erweitern kann. Das englische Modell diene als Anwendungsfall für neue Möglichkeiten, die Fähigkeiten von Apothekern voll auszuschöpfen und die Belastung des gesamten Gesundheitssystems zu verringern, so der Unternehmer.

Während der Corona-Pandemie hatten US-amerikanische Apotheker bei Walgreens, CVS Health, Walmart und anderen Einzelhandelsdrogerieketten bereits eine Schlüsselrolle inne: Sie durften aufgrund von Lockerungen Patientinnen und Patienten impfen, verkauften rezeptfreie Covid-19-Tests und waren damit schon stärker in die Diagnostik involviert. 

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