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Schlagabtausch zum Versandhandel
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Von Therapiekompetenz und Päckchenpackern

Die Regierung will die Vorgaben für den Versandhandel verschärfen und Apotheken vor Ort stärker in die Primärversorgung einbinden. Wie sich die Reform auf das Verhältnis zwischen Apotheke und Versandhandel auswirken könnte, diskutierte ABDA-Vizepräsidentin Ina Lucas mit Redcare-Chef Olaf Heinrich.
AutorAlexander Müller
Datum 05.02.2026  14:18 Uhr

Transportbedindungen im Versand

Auf Diskussionen über überhitzte Lieferwagen, Packstationen oder vor der Tür abgelegte Pakete wollte er sich nicht einlassen. Schließlich werde auch im Botendienst der Apotheke manchmal die Tüte an die Türklinke gehängt. »Wir machen auch Testkäufe«, gab Heinrich zu Protokoll. Lucas würde sich wünschen, dass die strengeren Vorgaben für den Versand künftig auch kontrolliert und Verstöße sanktioniert werden.

Das gilt auch für Verstöße gegen die Preisbindung. Die Reform sieht eine leichte Anpassung der Haftungsfrage bei der Paritätischen Stelle vor. Heinrich erwartet dennoch keine Angriffe auf das eigene Rabattsystem, das er für europarechtlich zulässig hält. Zu dieser Frage führte später beim BVDAK-Kooperationsgipfel noch Rechtsanwalt Morton Douglas aus.

Titel des Schlagabtauschs in München war »Die Apotheken im Spannungsfeld der Plattformen«. Heinrich wies auf die wachsenden Umsätze bei Amazon hin. Den Einstieg großer Drogerieketten in den Arzneimittelversand sieht Heinrich eher als Bedrohung für die Apotheke vor Ort. Lucas zeigte sich gewillt, den Kampf mit den neuen Anbietern aufzunehmen. Die Versorgung sei viel mehr als die reine Arzneimittelabgabe und die Apotheke der Zukunft werde eine zentrale Rolle in dieser Versorgung übernehmen.

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