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CAR-T-Zell-Therapie
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Von Hoffnung und Heilung

Die CAR-T-Zell-Therapie hat das Leben vieler schwerkranker Krebspatienten maßgeblich verändert. Doch wie läuft die komplexe Therapie ab? Eine Fotoausstellung am LMU-Klinikum München-Großhadern nimmt Interessierte mit auf die Reise.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 05.08.2024  10:00 Uhr

Die CAR-T-Zell-Therapie hat die Immunkrebstherapie in der Hämatologie revolutioniert. Für stark vorbehandelte Menschen mit unterschiedlich fortgeschrittenen Lymphomen, spezifischen Leukämieformen sowie mit multiplem Myelom bietet sie neue Hoffnung. Patienten des LMU-Klinikums München-Großhadern und ihre Angehörigen feierten Mitte Juli ihr persönliches Überleben.

»Celebration of Life« hieß die Feier zum Jubiläum. Die Band »Recovery« der Medizinischen Klinik III umrahmte die Veranstaltung musikalisch. Seit 50 Jahren wird am LMU-Klinikum Zell-Therapie eingesetzt: seit 45 Jahren die Stammzelltherapie und seit fünf Jahren die CAR-T-Zelltherapie.

In den Jahren 2012/13 wurden die ersten Patienten in den USA mit CAR-T-Zellen behandelt. In Europa wurden 2018 mit Tisagenlecleucel (Kymriah®) und Axicabtagen Ciloleucel (Yescarta®) die ersten beiden CAR-T-Zell-Therapien zugelassen. »Bereits 2019 wurde der erste Patient am LMU-Klinikum behandelt und wir haben ihn umfassend mit vielen Fachkräften betreut, denn das war eine ganz neue Therapie«, erinnerte sich Professor Dr. Marion Subklewe, die das CAR-T-Programm am LMU-Klinikum leitet. »Heute haben wir eines der größten und erfolgreichsten Zelltherapie-Programme in Deutschland.«

»Die Zelltherapie ist Hochleistungsmedizin und wird exponentiell wachsen«, so Professor Dr. Michael von Bergwelt, Direktor der medizinischen Klinik III. »Für viele Patienten ist das ein sehr sicheres, mit guter Prognose versehenes Therapieverfahren.« Doch von Bergwelt und Subklewe gedachten bei der Feier auch den Patienten, die ihre Erkrankung nicht überlebt haben.

Was kommt auf die Patienten zu?

Was kommt auf die Patienten mit der Zelltherapie überhaupt zu, die individuell für jeden Einzelnen hergestellt wird? Eine Fotoausstellung, deren Realisierung durch die Gilead Sciences GmbH, Martinsried bei München, ermöglicht wurde, zeigt die Schritte der CAR-T-Patienten-Journey.

Auf neun Postern wird der Ablauf vom Erstgespräch mit Professor Subklewe oder ihrem Stellvertreter, Dr. Veit Bücklein, bis hin zur Nachsorge fachlich fundiert und laienverständlich dargestellt. Auch die Herstellung der CAR-T-Zellen sowie das Handling der wertvollen »lebenden Therapie« wird erklärt. Die Zellrückgabe per Infusion dauert nur 15 bis 30 Minuten. Die genetisch veränderten Zellen sind aber noch viele Monate im Körper aktiv und nachweisbar, was eine langfristige Nachsorge erfordert.

Die CAR-T-Zell-Therapie hat sich als »Gamechanger« erwiesen. »Wir arbeiten daran, dass diese Therapie noch erfolgreicher für noch mehr Patienten verlaufen kann«, sagte Subklewe. Die Erfolge sollen auf andere Krebsarten, zum Beispiel verschiedene Leukämieformen oder solide Tumoren wie Lungen- oder Magenkrebs übertragen werden. 2025 wird daher eine neue CAR-T-Plattform für die akute myeloische Leukämie (AML) in einer Phase-I-Studie getestet, heißt es. Die Roll-ups verbleiben künftig im LMU-Klinikum.

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