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Versorgungseffizienz 
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Von Hausarzt zu Facharzt und wieder zurück

Die Koalition plant eine gezieltere Terminvergabe über hausärztliche Praxen, um die Versorgung effizienter zu machen und Wartezeiten zu verkürzen. Es gibt aus Patientensicht aber auch andere akute Probleme, die durch den Fachpersonalmangel katalysiert werden.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPZ
Datum 05.01.2026  15:30 Uhr

Patientinnen und Patienten mäßig zufrieden 

Laut einer Umfrage des Krankenkassen-Spitzenverbands empfindet jede dritte aus 3.520 gesetzlich versicherten Personen in Deutschland die Wartezeit für einen fachärztlichen Termin als zu lang. Bei den Befragten mit einem schlechten Gesundheitszustand waren es sogar 35 Prozent. Positiv beurteilen die Krankenversicherten hingegen Wartezeiten bei ihren hausärztlichen Praxen. 51 Prozent empfinden diese dort als »genau meinen Wünschen entsprechend«. 35 Prozent finden sie als »noch akzeptabel«. 14 Prozent sind unzufrieden. 

Jede und jeder Vierte wartet demnach länger als 30 Tage auf einen Termin in der fachärztlichen Praxis. Jede und jeder Zweite kann innerhalb von zehn Tagen die Fachärztin oder den Facharzt sprechen. In Hausarztpraxen warten hingegen 25 Prozent nur länger als drei Tage – ein Viertel suchen die Hausarztpraxis ohne Termin direkt auf.

Philippi unterstützt Warken

»Das lange Warten auf einen Facharzttermin muss ein Ende haben«, sagte Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD). Er unterstützt damit den Plan der Bundesregierung, dass Betroffene demnächst schneller einen fachärztlichen Termin bekommen, indem sie zuerst zum Hausarzt gehen. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD im Bund, den Philippi mit ausgehandelt hat, spricht in dem Zusammenhang von einer Termingarantie.

Fachärztlicher Personalmangel 

Einen spürbaren Mangel an fachärztlichem Personal gebe es in vielen Bereichen, insbesondere bei der Versorgung von akuten und komplexen Patienten, erklärt der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Stefan Zutz. Dies sei zum Teil regional sehr unterschiedlich.

In der fachärztlichen Grundversorgung sind nach Angaben der Kassenärztliche Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern (KVMV) vor allem in der Augenheilkunde, der Dermatologie und der HNO-Heilkunde mehrere Sitze unbesetzt. Dies seien auch die typischen Mangelbereiche in anderen Bundesländern. »Hier sehen wir auch zukünftig noch eine weitere Verschärfung der Situation und vor allem Handlungsbedarf in Bezug auf eine bedarfsgerechte Weiterbildung«, sagt KVMV-Sprecherin Grit Büttner.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) erklärt, im ambulant-medizinischen Bereich werde es zunehmend schwieriger, qualifiziertes Fachpersonal zu finden und zu binden. Dies liege zum Teil daran, dass niedergelassene Ärzte nicht mit dem stationären Bereich konkurrieren könnten.

Hamburg liege statistisch gesehen im Bereich der fachärztlichen Überversorgung, erklärt die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVHH). In den vergangenen Jahren habe Hamburg im Bundesländervergleich stets eine sehr hohe Dichte von ärztlichem Personal, Psychotherapeutinnen und -therapeuten gehabt.

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