| Verena Schmidt |
| 14.12.2022 11:00 Uhr |
Wie schädlich die E-Zigarette ist und ob sie bei der Rauchentwöhnung helfen kann, darüber streiten auch Experten. Suchtmediziner Dr. Tobias Rüther vom Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München betonte bei der Konferenz für Tabakkontrolle: »Alle neuen Konsumformen sind weniger schädlich als die Zigarette. Raucher sterben an Verbrennungsprodukten, nicht am Nikotin.« Die Datenlage spreche dafür, dass E-Zigaretten durchaus auch zur Rauchentwöhnung geeignet seien. Dennoch sollte die leitliniengerechte Entwöhnung immer bevorzugt werden: »Das Beste, was Raucher tun können, ist leitliniengemäß aufzuhören«, so Rüther. Die S3-Leitlinie »Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung« empfiehlt unter anderem eine Nikotinersatztherapie, Medikamente wie Bupropion und Vareniclin sowie eine Verhaltenstherapie.
Laut Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) schaffen es mit nikotinhaltigen E-Zigaretten mehr Menschen, von Tabakzigaretten wegzukommen, als mit einer Nikotinersatztherapie. Allerdings kamen fast alle Teilnehmenden, die den Rauchstopp mit Nikotinersatztherapie schafften, nach einem Jahr ganz ohne Nikotin aus. Das galt für diejenigen, die auf nikotinhaltige E-Zigaretten umgestiegen waren, nicht: »Die meisten, die sich mit einer E-Zigarette vom Tabakrauchen entwöhnt hatten, nutzten auch nach einem Jahr noch E-Zigaretten – oft mit Nikotin«, informiert das IQWiG auf seinem Portal »Gesundheitsinformation.de«.