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Gegen Demenz und Schlaganfall
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Viel bewegen, ausreichend schlafen

Ein aktiver Lebensstil und ausreichend Schlaf haben einen schützenden Effekt vor Alzheimer-Demenz und Schlaganfällen – sogar bei Menschen mit genetischer Vorbelastung für diese Krankheiten. Darauf weisen Neurologen hin.
AutorKontaktPZ
Datum 02.01.2026  15:00 Uhr

Sein persönliches Risiko, an Alzheimer zu erkranken oder einen Schlaganfall zu erleiden, kann jeder deutlich senken. Das betont die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) zum Jahreswechsel. Für die Hirngesundheit sei ausreichend Bewegung bereits die halbe Miete. Sport und ausreichend Schlaf sollten daher bei allen Menschen ganz oben auf der Liste guter Vorsätze stehen.

Dabei berufen sich die Neurologen auch auf eine frische Studie aus dem Fachjournal »BMC Public Health«. In der prospektive Kohortenstudie aus Großbritannien wurde untersucht, wie viel Einfluss der Lebensstil auf Alzheimer und Schlaganfälle haben kann. Eingeschlossen wurden Profile aus der UK Biobank von 474.983 Personen im Alter von 37 bis 73 Jahren ohne vorbekannten Schlaganfall oder Demenz, deren Gesundheitsverlauf über durchschnittlich rund zehn Jahre verfolgt wurde.

Dabei wurde für jeden Probanden ein Score für einen gesunden Lebensstil von 0 bis 4 ermittelt. Bewertet wurden regelmäßige körperliche Aktivität, eine Schlafdauer von sieben bis acht Stunden pro Tag, eine tägliche Sitzdauer von weniger als sechs Stunden und eine Handgriffstärke über dem geschlechtsspezifischen Durchschnitt als Marker für die allgemeine Muskelkraft.

»Je mehr gesunde Faktoren erfüllt waren, desto höher war der Schutzeffekt«, betont die DGN. Waren zwei von vier Kriterien erfüllt, sank das Schlaganfallrisiko um 15 Prozent; bei drei von vier um 29 Prozent und bei Erfüllung aller vier Kriterien sogar um 35 Prozent. Beim Demenzrisiko seien die Effekte mit 26, 36 und 57 Prozent sogar noch ausgeprägter gewesen. Körperliche Aktivität und ausreichend Schlaf hatten dabei den größten Einfluss.

Demenzrisiko lässt sich mit gesundem Lebensstil halbieren

»Das sind sehr beeindruckende Zahlen«, erklärt DGN-Generalsekretär Professor Dr. Peter Berlit. »Wer über zehn Jahre konsequent körperlich aktiv ist, also regelmäßig Sport treibt, am Tag wenig sitzt und darüber hinaus ausreichend schläft, kann dieser aktuelle Erhebung zufolge sein Demenzrisiko mehr als halbieren.«

Die Neurologen betonten, dass die Vorteile auch bei genetisch vorbelasteten Personen beobachtet wurden, unter anderem unabhängig vom Vorliegen einer APOE-ε4-Genvariante. Sie erinnern auch an weitere Risikofaktoren wie schlechtes Seh- oder Hörvermögen, soziale Isolation und ungesunde Ernährung. »Das alles sind Stellschrauben, über die jeder sein persönliches Demenzrisiko beeinflussen kann«, so Berlit.

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