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Protest in Thüringen
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Versorgung nur über Notdienstklappe

In Thüringen bedienen die Apotheken ihre Patientinnen und Patienten heute Nachmittag nur über die Notdienstklappe. Dazu sind weitere Protestmaßnahmen geplant. Auch bundesweit sollen in den kommenden Wochen verschiedene Aktionen auf die prekäre wirtschaftliche Lage der Offizinen aufmerksam machen. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 17.04.2024  12:04 Uhr

Auch bundesweite Proteste geplant 

Aufgrund dieser Zahl fand am Montag in Erfurt eine gemeinsame Pressekonferenz statt, auf der neben Stefan Fink auch ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening und Ronald Schreiber (Präsident der Landesapothekerkammer Thüringen) sprachen. »500 Apotheken vor Ort haben wir für die Versorgung verloren. Ich möchte uns also zu dem Gedankenexperiment einladen: Was wäre, wenn Thüringen keine Apotheken mehr hätte?«, fragte Overwiening die anwesenden Journalisten. 

Die ABDA-Präsidentin kritisierte die Bundesregierung deutlich: »Gesundheitsminister Karl Lauterbach weiß von dieser bedrohlichen Entwicklung, unternimmt aber rein gar nichts, um die Apotheken zu stabilisieren. Wir haben ihm Lösungsvorschläge vorgelegt. Auf keine dieser Ideen hat der Minister konstruktiv reagiert.«

Daher wurden am Montag auch bundesweite Protestaktionen angekündigt. Im Rahmen der Dachkampagne »Gesundheit sichern. Die Apotheke« sollen Patientinnen und Patienten auf die schwierige Lage der Offizinen aufmerksam gemacht werden. Außerdem ist eine bundesweite Umfrage geplant, in der sich die Bürgerinnen und Bürger zur Situation der Arzneimittelversorgung äußern können. 

Im Rahmen der Aktion »Wir sehen rot« sollen die Apothekenteams vom 22. bis zum 27. April rote Kleidung tragen. Dafür erhalten alle Apotheken als Beilage in der Pharmazeutischen Zeitung vom 18. April ein Plakat zum Aushang und Textilaufkleber mit der Aufschrift »Wir sehen rot«.

ThAV fordert Soforthilfe 

»Die Bundesregierung muss verstehen, dass die Arzneimittelversorgung zukünftig nicht mehr selbstverständlich für die Patienten verfügbar sein wird, wenn man den Apotheken ihre Existenzgrundlage nimmt«, fasst Stefan Fink das Ziel der Aktion in Thüringen zusammen.

Zur Lösung der Problemlage fordert der Thüringer Apothekerverband eine Soforthilfe für die Vor-Ort-Apotheken, um die Arzneimittelversorgung der Bürger aufrechterhalten zu können. Perspektivisch brauche es, wie in anderen Heilberufen üblich, eine jährliche Anpassung des Apothekenhonorars, die auch Ausgabenentwicklung und Inflation berücksichtigt.


 

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