Salbutamol-Sprays sind schon seit Jahren immer wieder knapp. Jetzt scheint sich die Lage zu entspannen. / © Getty Images/dardespot
Im Dezember 2023 hatte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) einen offiziellen Versorgungsmangel für pulmonale Darreichungsformen Salbutamol-haltiger Arzneimittel festgestellt. Dadurch wurde der Import von ausländischen Präparaten für Apotheken erleichtert. Nun teilt das BfArM mit, dass sich im ersten Halbjahr 2026 ein steigender Anteil regulär in Deutschland in Verkehr gebrachter Ware zeigte. Dies würden Marktdaten belegen.
»Weiter wird die Versorgung weiterhin durch bereits erteilte Gestattungen nach § 79 Absatz 5 AMG stabilisiert«, so das Institut. »Erwartet wird eine weitere Steigerung der regulär in Verkehr gebrachten Warenmenge, sodass sich der Bedarf an Importware zur Gewährleistung der bedarfsgerechten Verfügbarkeit zunehmend reduzieren wird. Verfügbare Importware bleibt weiterhin verkehrsfähig.«
Bezüglich der Ursachen des Engpasses gibt es verschiedene Ansichten: Während das BfArM eine gestiegene Nachfrage als Ursache sieht, machen die Hersteller die EU-Regularien dafür verantwortlich. So kündigte der Hersteller Sandoz im Mai des vergangenen Jahres an, aus der Produktion von Salbutamol-Medikamenten auszusteigen, da die vorgeschriebene Umstellung der Fertigung mit zu hohen Kosten verbunden sei.
Salbutamol ist ein wichtiges Medikament für Patientinnen und Patienten mit Asthma und anderen Atemwegserkrankungen. Es wird auch bei akuter und chronischer Bronchitis eingesetzt. Als kurzwirksames β2-Sympathomimetikum weitet es schnell die Bronchien und entkrampft die Atemmuskulatur. Gerade bei kurzfristigen oder wiederholten Produktwechseln ohne erneute Einweisung durch die Apotheken kann das Risiko für Anwendungsfehler steigen.
Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) bittet darum, Verdachtsfälle von Arzneimittelrisiken im Zusammenhang mit Salbutamol-haltigen Arzneimitteln unter www.arzneimittelkommission.de zu melden.