»Es braucht mehr Patientensteuerung durch den Hausarzt, eine Termingarantie für den Facharzt und, sollte das nicht klappen, eine garantierte Behandlung im Krankenhaus«, so Klaus Holetschek gegenüber der »Bild«-Zeitung. / © Imago/Sven Simon
Der CSU-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, sprach sich in einem Interview mit der »Bild«-Zeitung dafür aus, dass der Versichertenstatus bei der Online-Terminvergabe bei Fachärztinnen und -ärzten keine Rolle mehr spielen soll. Somit würden gesetzlich Versicherte bei der Terminvergabe nicht benachteiligt. »Es gibt eine Unwucht bei der Frage, wie schnell gesetzlich und privat Versicherte an Facharzttermine kommen«, so Holetschek.
Erst gestern hatte sich der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, über Kürzungen der Mittel für die ambulante Versorgung beschwert. Dadurch würden seiner Auffassung nach faktisch mehr als 50 Millionen Termine gestrichen.
»Es braucht mehr Patientensteuerung durch den Hausarzt, eine Termingarantie für den Facharzt und, sollte das nicht klappen, eine garantierte Behandlung im Krankenhaus«, so Holetschek gegenüber dem Blatt. Diese Position vertritt auch die SPD in ihrem kürzlich veröffentlichten Positionspapier. Der SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis sagte dazu gegenüber der Axel-Springer-Zeitung: »Entscheidend muss die medizinische Dringlichkeit sein – nicht, ob jemand gesetzlich oder privat versichert ist.«
Und auch der Unionsfraktionschef Thorsten Frei drängte kürzlich auf mehr Gerechtigkeit bei den Wartezeiten für Facharzttermine. »Alle Versicherten müssen in vertretbarer Frist einen Facharzttermin bekommen«, sagte er dem »Kölner Stadt-Anzeiger«.
Die Opposition kritisiert die Diskussion als Augenwischerei und fordert die Abschaffung der privaten Krankenversicherung. »Es braucht eine solidarische Gesundheitsversicherung, in die alle nach ihrer Leistungsfähigkeit einzahlen und die alle nach ihrem Bedarf versorgt«, teilt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Ates Gürpinar, mit.