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Diskussion um RxVV
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Versender als Apothekenbremse

Am 17. Juli wird wegweisend über die Frage entschieden, wie EU-Versender es mit der deutschen Rx-Preisbindung halten müssen. Parallel hat die Forderung nach einem Rx-Versandverbot wieder Konjunktur. Von Anfang an dafür waren die Linken. Deren Gesundheitssprecher und Parteivize Ates Gürpinar sieht den Versandhandel als Entwicklungsbremse für Apotheken.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 14.07.2025  12:00 Uhr
Reicht die nachgelieferte Begründung aus?

Reicht die nachgelieferte Begründung aus?

Vor dem Landgericht München bekam er Recht. Mit seiner Berufung vor dem Oberlandesgericht München (OLGhatte Doc Morris später keinen Erfolg. Das OLG entschied, dass Rx-Boni einen Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) in Verbindung mit § 78 Arzneimittelgesetz (AMG) darstellen. In seiner Begründung ging das Gericht zudem auf das historische EuGH-Urteil ein, was bemerkenswert war; dieses habe keine Bindungswirkung, weil die aus Sicht des EuGH unzureichend vorgetragene Begründung für eine Preisbindung seinerzeit von der Bundesregierung auf Nachfrage nachgeliefert worden sei. Damit entfalle die Grundlage für die EuGH-Entscheidung. Doc Morris zog nach der OLG-Entscheidung in Revision vor den BGH.

Ob die nachgereichte Begründung nach dem OLG auch den Karlsruher Richtern ausreicht, ist unklar. Ihre Skepsis, dass eine Preisbindung tatsächlich grundlegenden Einfluss auf die flächendeckende Arzneimittelversorgung hat, haben sie jedenfalls im Mai schon angedeutet. Ob die Argumente sie dennoch überzeugen, wird sich am 17. Juli zeigen. 

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