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Sensible Gesundheitsdaten 
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Verrät die EPA zu viel?

Inzwischen werden in ganz Deutschland Millionen elektronische Patientenakten (EPA) mit sensiblen Gesundheitsdaten gefüllt. Doch noch immer gibt es Kritik. So klagt ein Arzt aus Rheinland-Pfalz über den Umfang der gesammelten Daten und das fehlende Wissen der Patienten. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 03.06.2025  16:20 Uhr

Fehlt es an Aufklärung? 

Jepsen-Föge sagte dem SWR, er habe nicht das Gefühl, dass sich die Mehrheit der Patientinnen und Patienten ausreichend mit den neuen Akten befasst habe. Er würde die EPA normalerweise gemeinsam mit seinen Patientinnen öffnen. Oft seien die Frauen über den Umfang der gesammelten Daten überrascht. Ihnen sei meist gar nicht bewusst, dass ihre EPA bereits alle medizinischen Daten enthält. Es brauche also unbedingt mehr Aufklärung. 

Die Versicherten müssen der Einrichtung ihrer Akte aktiv widersprechen, daher wurde die Einführung der EPA von mehreren Aufklärungskampagnen begleitet. Die Krankenkassen haben ihren Versicherten beispielsweise Infomaterialien per Post geschickt. Außerdem organisierte das Bundesgesundheitsministerium unter anderem Infoveranstaltungen auf Marktplätzen und informierte die Bürgerinnen und Bürger mit großen Plakatwänden. 

Der Erfolg dieser Aktionen ist nur schwer zu beurteilen. Eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland zeigte im Februar, dass  24 Prozent der Versicherten ab 18 Jahren noch nie von der EPA gehört hatten. Bisher haben nur etwa 5 Prozent der Versichertem dem Anlegen der Akte widersprochen. Die Bundesregierung ging nach eigener Aussage ursprünglich von einer Widerspruchsquote von 20 Prozent aus. 

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