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UN-Plastikabkommen 
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Verhandlungen in Genf gescheitert

Die Menschheit produziert jedes Jahr ungeheure Mengen an Plastikmüll. Die Vereinten Nationen wollten mit einem internationalen Abkommen gegensteuern. Doch die Verhandlungen in Genf sind in dieser Woche gescheitert. Die Bundesregierung und Umweltschützer sind erschüttert. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 15.08.2025  14:56 Uhr
Droht die unbegrenzte Vermüllung? 

Droht die unbegrenzte Vermüllung? 

Die Bundesregierung reagiert ernüchtert auf das Scheitern der Verhandlungen. »Genf hat nicht das Abkommen gebracht, das wir brauchen, um Plastikverschmutzung weltweit einzudämmen. Das ist enttäuschend. Ich hätte mir mehr gewünscht, und mehr wäre möglich gewesen. Die unterschiedlichen Interessen liegen aber noch immer weit auseinander. Das erschwert die nötige Einigung«, erklärt Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth, der die  deutsche Delegation bei den Verhandlungen leitete. 

Alle Staaten hätten hart an einer Einigung gearbeitet. »Augenscheinlich braucht es mehr Zeit, um zum Ziel zu gelangen. Daher lohnt es sich, weiter zu verhandeln. Deutschland und seine Partner in der EU werden weiterhin alles dafür tun und Brücken bauen, damit wir in einer finalen Runde wirklich zum Abschluss kommen«, so Flasbarth.

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist enttäuscht. »Ohne ein ambitioniertes Plastikabkommen geht die Vermüllung unseres Planeten nun weiter. Die Öl-, Gas- und Chemieindustrielobbyisten haben in Überzahl in der Schweiz gewonnen – auf Kosten von uns allen«, sagt BUND-Geschäftsführerin Verena Graichen. 

Die Naturschützer warnen vor den Folgen: »Bis 2060 müssen wir mit einer Verdreifachung der Plastikproduktion rechnen. Auch 2060 wird weniger als ein Fünftel des Materials recycelt werden können. Die über 4200 problematischen Zusatzstoffe, die in Plastik stecken, werden weiter unsere Gesundheit bedrohen und können Krebs erzeugen oder die Fruchtbarkeit einschränken«, so Graichen. 

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