Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Kaum aktive Nutzer 
-
Verbraucherschützer kritisieren ePA 

Nur wenige Versicherte nutzen ihre elektronische Patientenakte (ePA) aktiv und fühlen sich gut über diese informiert. Das zeigt eine neue Befragung des Verbraucherzentrale Bundesverbands. Die Verbraucherschützer fordern daher ein deutliches Update der ePA. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 18.02.2026  16:20 Uhr
Verbraucherschützer kritisieren ePA 

Seit dem 1. Oktober 2025 sind Apotheken, Arztpraxen und andere Leistungserbringer zur Nutzung der ePA verpflichtet. Die Einführung der neuen Akten ging mit intensiven Diskussionen, insbesondere mit Blick auf die Sicherheit und den Datenschutz einher. Die Kritik reißt seit dem ePA-Start nicht ab. So bemängelte der Vorsitzende des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier, unlängst die Störanfälligkeit der Technik und die fehlende Volltextsuche.

Außerdem wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass nur wenige Versicherte ihre ePA aktiv nutzen und verwalten. Das ist insbesondere aufgrund der hochsensiblen Gesundheitsinformationen problematisch. Eine am Mittwoch vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vorgestellte repräsentative Befragung untermauert diesen Kritikpunkt. 

Wenige aktive Nutzer

Im Auftrag des vzbv wurden 1037 gesetzlich Versicherte telefonisch von Forsa befragt. 94 Prozent der Befragten gaben an, die ePA zu kennen, doch 71 Prozent verwalten ihre Akte nicht aktiv. 9 Prozent haben der Einrichtung der ePA widersprochen oder diese löschen lassen. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich noch nicht mit der ePA auseinandergesetzt haben. 33 Prozent sehen keinen persönlichen Nutzen in ihrer Patientenakte. 13 Prozent verzichten aufgrund von Datenschutzbedenken auf eine aktive Nutzung. 

Die ePA-Daten werden für die wissenschaftliche Forschung eingesetzt. Doch nur 25 Prozent der Umfrageteilnehmenden waren sich bewusst, dass ihre Gesundheitsinformationen pseudonymisiert an die Wissenschaft weitergegeben werden. 

In einem separaten und nicht repräsentativen Verbraucheraufruf schilderten die Versicherten fehlende Funktionen, unzureichende Informationen sowie komplizierte Freischaltungsprozesse als Hürden im Umgang mit der ePA. Auch fehlende Unterstützung und unklare Informationen durch die Krankenkassen wurden beklagt. Die Verbraucher schilderten auch, dass sie den Datenzugriff nicht ausreichend regeln konnten und dass viele Arztpraxen die ePA nicht nutzen oder wichtige Informationen nicht hochladen. 

Mehr von Avoxa