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Adipositas
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Verbessertes Lernen dank Liraglutid

Eine reduzierte Insulinsensitivität bei Adipositas kann die Fähigkeit zum assoziativen Lernen verringern. Mithilfe des GLP-1-Rezeptoragonisten Liraglutid ließ sich dies rückgängig machen. Das melden Forschende des Max-Planck-Instituts für Stoffwechselforschung in Köln.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 21.08.2023  12:30 Uhr
»Prävention von Adipositas sollte eine viel größere Rolle spielen«

»Prävention von Adipositas sollte eine viel größere Rolle spielen«

»Diese Ergebnisse sind von grundlegender Bedeutung. Wir zeigen hier, dass grundlegende Verhaltensweisen wie das assoziative Lernen nicht nur von äußeren Umweltbedingungen abhängen, sondern auch vom Stoffwechselzustand des Körpers. Ob jemand Übergewicht hat oder nicht, bestimmt also auch, wie das Gehirn lernt, sensorische Signale zuzuordnen und welcher Antrieb dabei entsteht. Die Zustandsnormalisierung, die wir durch das Medikament bei Probandinnen und Probanden mit Adipositas erreichen, passt also zu den Ergebnissen von Studien, dass durch diese Medikamente wieder ein normales Sättigungsgefühl vermittelt wird und die Menschen infolge weniger essen und damit abnehmen«, sagt Seniorautor Professor Dr. Marc Tittgemeyer, ebenfalls vom MPI für Stoffwechselforschung in Köln, in einer begleitenden Pressemeldung.

Auch Erstautorin Hanßen wird darin zitiert. »Während es erfreulich ist, dass die verfügbaren Medikamente einen positiven Einfluss auf die Hirnaktivität bei Adipositas haben, ist es aber erschreckend, dass es schon bei jungen Menschen mit Adipositas ohne sonstige Erkrankungen zu Leistungsveränderungen des Gehirns kommt. Die Prävention von Adipositas sollte in Zukunft eine viel größere Rolle in unserem Gesundheitssystem spielen. Die lebenslange Einnahme von Medikamenten ist die deutlich schlechtere Option, wenn wir durch Prävention Übergewicht und Folgeerkrankungen vermeiden könnten.«

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