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Automatische Arzneimittelversorgung
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Unit Dose vermeidet Medikationsfehler

Die Arzneimitteltherapie ist eine der häufigsten Interventionen während eines Klinikaufenthaltes. Daher ist es wichtig, die Arzneimitteltherapie­sicherheit auf einem hohen Niveau zu halten. Unit-Dose-Automaten können hier unterstützen.
AutorKontaktSaskia Herrmann
Datum 07.05.2025  10:30 Uhr

In einigen Krankenhausapotheken haben vollautomatische Verpackungs- und Abgabesysteme das händische Stellen der stationären Medikamente abgelöst. Am Helios Klinikum Erfurt gibt es nun seit gut fünf Jahren ein Unit-Dose-System, das zentral in der Krankenhausapotheke angesiedelt ist und von Apothekern und PTA gesteuert wird. Im Allgemeinen können feste Darreichungsformen wie Tabletten und Kapseln verblistert werden, was 64 Prozent aller Verordnungen der Klinik entspricht. Durch das Bereit­stellen der patientenindividuellen Blister aus der Klinikapotheke werden die Pflegekräfte auf den Stationen entlastet und es wird die Hälfte der Zeit eingespart, dieansonsten beim Stellen fester oraler Arzneimittel benötigt wird (von 8,5 auf 4,3 Minuten/Patient/Tag). Dadurch steht mehr Zeit für patientenorien­tierte Tätigkeiten zur Verfügung.

Zusätzlich verringert sich signifikant der Stationsvorrat, sodass dieser zum einen übersichtlicher wird und zum ­anderen Arzneimittelverfälle reduziert werden können, was aus ökonomischer und ressourcenschonender Sicht sinnvoll ist. Trotz einiger Vorbehalte sehen die Pflegekräfte die Versorgung durch Unit Dose als Chance und sehen ihre fachliche Kompetenz nicht beeinträchtigt.

Sicherheit und Transparenz

Zudem wird die Patientensicherheit durch die technische Unterstützung unmittelbar erhöht: Fehler aufgrund von Sound-Alikes und Look-Alikes sowie unleserlicher Handschriften werden reduziert. Die Beschriftung der Blistertüten ermöglicht eine zweifelsfreie Identifikation der Arzneimittel und vor der Produktion der Medikation wird diese zusätzlich durch Apotheker geprüft. Betrachtet werden insbesondere Über-/Unterdosierungen, Doppel­verordnungen, Interaktionen sowie ­Anpassungen an Laborwerte (Nierenfunktion/Elektrolyte).

Die neue Versorgungsform wird auch seitens der Patienten befür­wortet, wie eine interne Umfrage am Helios Klinikum Erfurt gezeigt hat. Demnach empfinden Patienten Unit Dose im Vergleich zum ­manuellen Stellprozess als hygienischer und schätzen sowohl die Informationen über die verordneten Arzneimittel als auch die Prüfung der Medikation durch die Apotheker.

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