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Inhalatorschulung
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Übung macht den Unterschied

Damit eine Inhalatortherapie bei COPD oder Asthma Erfolg zeigt, ist es essenziell, dass sich die Patienten mit ihrer Erkrankung und der Inhalationstechnik vertraut machen. Schulungen können Anwendungsfehler signifikant reduzieren und das Risiko für Exazerbationen senken.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 20.01.2026  17:00 Uhr

Beim Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming brach Ina Richling, Apothekerin am St. Johannes Hospital in Dortmund, eine Lanze für die Inhalatorschulung im Rahmen der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL). Am Beispiel von Asthma und COPD zeigte sie auf, wie wichtig es ist, dass sich Patienten gut mit ihrer Krankheit und ihrem Gerät auskennen, um Anwendungsfehler und Exazerbationen zu vermeiden.

»Der Patient muss verstehen, was seine Erkrankung mit ihm macht, denn das Selbstmanagement ist der wichtigste Therapiebaustein bei COPD und Asthma.« Wie schnell Anwendungsfehler Symptome verschlimmern und Patienten ins Krankenhaus bringen können, verdeutlichte die Apothekerin anhand von Ergebnissen einer Beobachtungstudie. 

Technikfehler weit verbreitet

In einem Krankenhaus in der Schweiz wurde an 96 hospitalisierten COPD-Patienten untersucht, wie häufig sie ihre Inhalatoren falsch anwendeten. Insgesamt wurden 160 Inhalatoren in der Studie benutzt (»COPD: Journal of Chronic Obstructive Pulmonary Disease« 2024, DOI: 10.15326/jcopdf.2024.0505).

Innerhalb von 72 Stunden nach der Aufnahme wurden die Inhalationstechnik und der inspiratorische Spitzenfluss (Peak inspiratory flow, PIF) überprüft und bei Bedarf gezielt nachgeschult. Der PIF ist die maximale Luftströmung, die eine Person beim kräftigen Einatmen erzeugen kann. Ein Inhalator galt dann als fehlgebraucht, wenn mindestens ein kritischer Technikfehler und/oder ein unzureichender PIF vorlag, was insbesondere bei Pulverinhalatoren relevant ist.

Die Analyse ergab, dass 82,3 Prozent der Patienten mindestens ein Device suboptimal anwendeten. Von den 160 Inhalatoren wurden 69,4 Prozent fehlgebraucht, wobei bei 65,6 Prozent der Anwendungen mindestens ein kritischer Technikfehler vorlag. Etwa jeder siebte Inhalator wurde mit einem dafür zu niedrigen PIF benutzt.

»Das sind gruselige Zahlen«, kommentierte Richling. Aber die gute Nachricht: »Die kritischen Technikfehler können Sie mittels der pharmazeutischen Dienstleistung abfangen.« Richling riet, jedem Patienten mit Inhalator die Schulung proaktiv anzubieten, auch wenn beim Arzt schon eine Einweisung erfolgt sein sollte. »Doppelt und dreifach hält nun mal besser.« 

Die hohe Erfolgschance durch Schulungen belegte die Referentin anhand einer Übersichtsarbeit mit Metaanalyse. Demnach lässt sich das Risiko für Fehlanwendungen bei Dosieraerosolen durch solche Interventionen um etwa 84  Prozent verringern, bei Trockenpulverinhalatoren immerhin um rund 62  Prozent (»Nature Partner Journals – Primary Care Respiratory Medicine« 2025, DOI: 10.1038/s41533-025-00422-0).

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