| Theo Dingermann |
| 23.02.2026 15:15 Uhr |
Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Dickdarms. / © Getty Images/Science Photo Library/Sebastian Kaulitzki
Das Pharmaunternehmen Johnson & Johnson hat auf dem diesjährigen Kongress der European Crohn’s and Colitis Organisation (ECCO) in Stockholm neue Langzeitdaten zur Wirksamkeit seines IL‑23-Inhibitors Guselkumab (Tremfya®) vorgestellt. Die Ergebnisse aus der laufenden Phase-IIb/III-Studie QUASAR-Studie belegen, dass der Antikörper bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa auch über nahezu drei Jahre hinweg eine stabile Krankheitskontrolle ermöglicht.
Nach 140 Behandlungswochen befanden sich 80,8 Prozent der Teilnehmenden in klinischer Remission, 78,6 Prozent zeigten eine histo-endoskopische Mukosa-Verbesserung und 53,6 Prozent erreichten eine endoskopische Remission. Der weit überwiegende Teil der Patienten konnte die Therapie corticosteroidfrei fortsetzen. Zudem blieb die Wirksamkeit unabhängig von vorangegangenen Behandlungen mit Biologika oder JAK-Inhibitoren bestehen, ein wichtiger Hinweis auf die Robustheit des Therapieansprechens in unterschiedlichen Patientenkollektiven.
Das Sicherheitsprofil von Guselkumab blieb über den gesamten Beobachtungszeitraum stabil, neue sicherheitsrelevante Signale gab es keine.
Pharmakologisch zeichnet sich Guselkumab als erster dual-aktiver IL‑23-Inhibitor aus. Neben seiner Bindung an die p19-Untereinheit von IL-23 bindet Guselkumab zusätzlich an das Fc‑Rezeptorprotein CD64 auf IL‑23‑produzierenden Immunzellen. Dieser Mechanismus verstärkt die Neutralisierung entzündungsfördernder Signale und könnte eine entscheidende Rolle für die langanhaltende Wirksamkeit spielen.