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Typ-1-Diabetes
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Transplantation von Betazellen ohne Immunsuppression

Mit einer Transplantation von insulinproduzierenden Betazellen könnte Typ-1-Diabetes theoretisch geheilt werden. Allerdings stößt das Immunsystem solche Zellen üblicherweise ab. Forschende aus Schweden konnten nun eine Methode entwickeln, mit der das vermieden wird. Ein erster Test bei einem Patienten war erfolgreich.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 12.08.2025  16:20 Uhr

HIP-Zellen lösen keine Abstoßung aus

Dabei zeigten sich erwartungsgemäß eine starke adaptive Immunreaktion (T-Zell-Aktivierung, Antikörperbildung) gegen Wildtyp-Zellen und eine aktive angeborene Immunantwort gegen HLA-depletierte Zellen ohne CD47-Überexpression. Die HIP-Zellen lösten dagegen keine Immunreaktion aus, weder durch T-Zellen, NK-Zellen, Makrophagen, Antikörper noch das Komplementsystem. Es traten vier unerhebliche Nebenwirkungen auf, keine schwerwiegend oder behandlungsbedingt.

Die Studie liefert den erstmaligen klinischen Beweis, dass hypoimmune, genetisch editierte Inselzellen beim Menschen ohne Immunsuppression transplantiert werden können. Die Zellen überlebten, sezernierten Insulin in Abhängigkeit vom Blutzuckerspiegel und wurden immunologisch nicht attackiert. Langfristig eröffnen sich durch die HIP-Technologie neue Möglichkeiten für immunfreie Zelltherapien – nicht nur bei Diabetes, sondern auch bei anderen Indikationen.

Die transplantierten Zellmengen in dieser Fallstudie entsprechen nur circa 7  Prozent der für Insulinunabhängigkeit benötigten Dosis, sodass sich das Konzept in Zukunft durch wiederholte Transplantationen anpassen ließe.

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