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Ischämische Präkonditionierung
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»Training« für den Herzmuskel von Krebspatienten

Die Blutversorgung einer Gliedmaße vorübergehend zu stoppen, setzt Botenstoffe frei, die den Körper toleranter für eine erneute Unterversorgung mit Sauerstoff machen. Jetzt wird getestet, ob sich so die Kardiotoxizität von Anthracyclinen abmildern lässt.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 27.10.2023  09:00 Uhr

Große Studie in Europa gestartet

Ob die positiven Ergebnisse aus dem Tierversuch auf den Menschen übertragbar sind, soll nun in einer großen Studie untersucht werden. Wie die europäische Fachgesellschaft European Society of Cardiology (ESC) informiert, sollen an dem RESILIENCE-Projekt insgesamt 600 Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom teilnehmen, die eine Anthracyclin-haltige Chemotherapie erhalten. An dem von der EU mitfinanzierten Projekt sind sieben europäische Länder beteiligt. Circa 100 Patienten wurden bereits eingeschlossen.

Die Patienten werden im Rahmen der Studie zu Hause behandelt. Sie erhalten während vier Monaten ihrer Chemotherapie randomisiert einmal wöchentlich entweder eine RIPC mit einer Blutdruckmanschette oder eine Placebobehandlung. Mehrfach erfolgen Untersuchungen des Herzens mittels MRT, um das Ausmaß der Anthracyclin-induzierten Schäden zu erfassen. »Falls die Studie positiv ist, könnte die Herzinsuffizienz bei Krebsüberlebenden massiv reduziert werden«, sagte der Projektkoordinator Professor Dr. Borja Ibanez. In Deutschland koordiniert das Universitätsklinikum Düsseldorf die Teilnahme an dem Projekt.

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