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Medikationsanalyse
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Tipps für ein effizientes Patientengespräch 

Von der optimalen Vorbereitung, über die »goldene Minute« bis hin zur Balance zwischen offenen und geschlossenen Fragen: Apothekerinnen und Apotheker teilten bei der Online-Veranstaltung »pDL Campus live!« der ABDA ihre Erfahrungen, wie ein Erstgespräch im Rahmen der Medikationsberatung effizient und wertschätzend gelingt.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 20.03.2024  09:00 Uhr

Geschickte Gesprächsführung

Apothekerin Maren Torkler aus Aachen, Botschafterin für pDL der ABDA, erklärte, dass sie Kunden vor dem Erstgespräch Fragebögen mitgebe, die potenzielle unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie das Auftreten von blauen Flecken oder Ödemen abfragten. Um während des Gesprächs aufrichtige Antworten zu erhalten, setzt sie auf offene Fragen, denn: »Ein Ja ist schnell gegeben.«

Doch was tun, wenn der Patient dann sprichwörtlich vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt? »Mittlerweile sage ich dem Patienten direkt zu Beginn, dass ich im Verlauf des Gesprächs sehr viele Fragen stellen muss. Diese Ankündigung verändert direkt die Grundhaltung der Patienten«, so Torkler. Und selbst wenn das Gespräch mal länger gehen sollte: »Das Feedback der Patienten ist einmalig. Ich glaube, es gab noch nie eine Tätigkeit in der Apotheke, die für mehr Compliance gesorgt hat«, meinte Sebastian Köhler, Inhaber der Horner Apotheke in Bremen. 

Nachfragen lohnt sich

Wie wichtig es ist, genau hinzusehen und zuzuhören, betonte Dr. Isabel Waltering, Apothekerin, ATHINA-Koordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Münster. Wirkt der Patient beispielsweise tatterig oder vergesslich? Das können Hinweise auf ABP sein. Sehr wichtig sei die »goldene Minute«, wie Waltering erklärte: »In der ersten Minute erzählt der Patient meistens, wo ihn der Schuh gerade drückt. Hören Sie ihm ganz aufmerksam zu.«

Ebenfalls wichtig: im entscheidenden Moment von offenen auf geschlossene Fragen umzustellen. »Der Patient wird Ihnen von sich aus eher nicht über schambehaftete Ereignisse wie  Harninkontinenz berichten.« Hier lohne es sich, gezielt nachzufragen. Und: »Schreiben Sie sich alles auf. Sie können sich nicht alles merken.«

Schließlich gab die Apothekerin den Rat, dafür zu sorgen, während der AMTS-Prüfung ungestört zu sein. »Führen Sie diese am besten am Stück durch.« Homeoffice könne eine Lösung sein; oder aber, die AMTS-Prüfung in eine ruhige Geschäftszeit bei gleichzeitig ausreichender personeller Besetzung zu legen. 

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