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Medikationsanalyse
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Tipps für ein effizientes Patientengespräch 

Von der optimalen Vorbereitung, über die »goldene Minute« bis hin zur Balance zwischen offenen und geschlossenen Fragen: Apothekerinnen und Apotheker teilten bei der Online-Veranstaltung »pDL Campus live!« der ABDA ihre Erfahrungen, wie ein Erstgespräch im Rahmen der Medikationsberatung effizient und wertschätzend gelingt.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 20.03.2024  09:00 Uhr
Tipps für ein effizientes Patientengespräch 

Am Anfang der Medikationsanalyse steht das Brown-Bag-Review. In diesem persönlichen Gespräch erfasst der Apotheker die gesamte Medikation des Patienten, die er anschließend auf arzneimittelbezogene Probleme (ABP) untersucht. Bei diesem Erstgespräch ergeben sich häufig bereits wichtige Hinweise auf mögliche ABP. Wie ein solches Gespräch strukturiert und effizient ablaufen kann, erklärte Apothekerin Magdalena Dolp, angestellt in der Elisabethen-Apotheke in Leutkirch im Allgäu, am Montagabend beim »pDL Campus live!«. 

»Durchschnittlich sollte das Eingangsgespräch nicht länger als 20 Minuten dauern, damit genügend Zeit für die weiteren Schritte der Medikationsanalyse bleibt«, betonte Dolp. Für die pDL ist eine Gesamtbearbeitungszeit von 80 Minuten vorgesehen, inklusive ausführlicher AMTS-Prüfung und Abschlussgespräch. »Gute Vorbereitung ist das Allerwichtigste.« Einiges könne schon vor dem Erstgespräch erledigt werden. Der Patient könne etwa vorab einen Datenerfassungsbogen ausfüllen und der Apotheke seinen Medikationsplan zukommen lassen. Das Apothekenteam könne die Medikation von Stammkunden zudem vorab über die Apothekensoftware auf mögliche Interaktionen prüfen. 

Patient im Fokus

Im Gespräch selbst setzt Dolp auf eine positive Stimmung. Offene Fragen und aktives Zuhören vermitteln dem Patienten trotz der begrenzten Gesprächszeit Wertschätzung. »Wo gibt es beispielsweise Probleme mit der Medikation aus Patientensicht?« Um eine Struktur ins Brown-Bag-Review zu bringen, empfiehlt Dolp, indikationsbezogen vorzugehen; beispielsweise solle ein Hypertonie-Patient zunächst alle seine Bluthochdruckmedikamente aufzählen. Schließlich rät die Apothekerin, im Erstgespräch noch nicht zu viel zu erklären: »Nehmen Sie nicht zu viel vorweg – das Abschlussgespräch kommt ja noch.« 

Auch für Apothekerin Christine Kischlat, Filialleiterin der Merkur-Apotheke Stöcken in Hannover ist Vorbereitung das A und O, wie sie bei der anschließenden Diskussionsrunde betonte. »Mir ist es wichtig, den Kunden bei der Vorbereitung zu sagen, dass sie die pDL-Vereinbarung schon ausgefüllt zum Termin mitbringen können.« Sie rät, vorab einen Blick in die Kundendatei zu werfen, um sich gezielte Fragen für die Brown-Bag-Analyse zu überlegen. 

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