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Augenbeschwerden
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Tipps für die Beratung in der Apotheke

Häufig ist die öffentliche Apotheke erste Anlaufstelle bei Augenbeschwerden. Worauf es bei der Abgabe von Tropfen oder halbfesten Zubereitungen ankommt, erklärte Apotheker Dr. Christian Ude aus Darmstadt beim Pharmacon in Schladming.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 27.01.2025  18:00 Uhr

Nebenwirkungen in beide Richtungen

Ein nicht zu unterschätzendes Thema seien Nebenwirkungen – »und zwar in beide Richtungen«, betonte Ude. Damit ist gemeint, dass einerseits viele systemische Arzneistoffe Nebenwirkungen am Auge hervorrufen können, viele davon aus dem onkologischen Bereich. Beispielsweise können Docetaxel und Paclitaxel ein Offenwinkelglaukom auslösen. Weiterhin könnten etwa Kontrazeptiva, Betablocker oder Glucocorticoide trockene Augen begünstigen und Amiodaron Hornhauteinlagerungen.

Umgekehrt können aber auch Arzneistoffe mit Anwendung am Auge systemische Nebenwirkungen verursachen, da Wirkstoff etwa über den Nasenkanal abfließen kann und so in den Kreislauf gelangt. So können beispielsweise Pilocarpin-Augentropfen bei längerer Anwendung zu Bradykardie, Hypotonie und Erbrechen führen. Um systemische Nebenwirkungen zu verhindern, sei vor allem die Applikationstechnik entscheidend: Nach der Anwendung sollte das Auge geschlossen und für zwei Minuten Druck auf den Augeninnenwinkel ausgeübt werden.

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