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Mehrere Kassen betroffen 
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TI-Experten finden gravierende Sicherheitslücke bei KIM

Gleich mehrere Krankenkassen haben beim Mailverkehr über KIM offenbar den gleichen Schlüssel genutzt und konnten theoretisch untereinander mitlesen. Darüber berichten IT-Sicherheitsexperten. Das Problem sei behoben, die Gematik habe die Fehlerquelle ausgeschaltet.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 27.12.2023  14:00 Uhr
TI-Experten finden gravierende Sicherheitslücke bei KIM

Eklatante Prozessfehler bei der Mailkommunikation mittels KIM (Kommunikation im Medizinwesen) haben Forschende des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) sowie der Fachhochschule (FH) Münster aufgedeckt. Insgesamt acht große Krankenkassen benutzten demnach die gleichen Schlüssel und konnten so theoretisch auch die Mails anderer Krankenkassen entschlüsseln – ein Problem, das bei fehlgeleiteten Mails gerade durch Verschlüsselung verhindert werden soll.

Entstanden sei das Problem bei der KIM-Einrichtung, teilte das SIT heute mit. Das System verspricht eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwischen allen Einrichtungen des Gesundheitswesens. Um dies zu gewährleisten, werden an alle Beteiligten sichere kryptografische Schlüssel (S/MIME-Zertifikate) ausgegeben, die dafür sorgen, dass eine verschlüsselte E-Mail-Kommunikation möglich ist.

Bei den jetzt aufgedeckten Fehlern hätten die betroffenen Krankenkassen externe IT-Dienstleister damit beauftragt, das KIM-Mailsystem für sie zu betreiben. Die Dienstleister hätten kryptografische Schlüssel generiert und diese Schlüssel für mehrere Krankenkassen verwendet. Die technische Struktur von KIM sei hier also nicht das Sicherheitsproblem gewesen – »doch in der praktischen Einrichtung des Systems können Fehler passieren«, heißt es vom SIT.

Die Fehlerquelle sei der Gematik gemeldet worden. Alle betroffenen Schlüssel seien zwischenzeitlich neu generiert und ausgetauscht worden. Aufgrund der Meldung habe die Gematik die Spezifikation zur Konfiguration von KIM erweitert und verbessert: Ab sofort müsse vor der Ausstellung eines Zertifikats geprüft werden, ob der Schlüssel schon einmal verwendet wurde.

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