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Vergütungsfrage noch offen
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Telemedizin-Projekt in der Apotheke

In den Apotheken schlagen viele Fälle auf, die noch einer medizinischen Ersteinschätzung bedürfen. Reicht ein OTC-Arzneimittel oder muss der Patient doch besser in die Arztpraxis oder gar in die Notaufnahme? Telemedizinische Angebote können dabei helfen, diese Lotsenfunktion künftig noch besser zu nutzen.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 29.03.2025  07:54 Uhr

Koalition setzt auf Telemedizin

Die angehenden Koalitionäre von Union und SPD scheinen auch in diese Richtung zu denken: »Die Vor-Ort-Apotheken sind häufig erste Anlaufstelle in der Gesundheitsversorgung«, schreiben die Unterhändler der AG Gesundheit in ihr Ergebnispaper. Und an anderer Stelle: »Zudem schaffen wir die flächendeckende Möglichkeit einer strukturierten Ersteinschätzung über digitale Wege in Verbindung mit Telemedizin.« Und abschließend heißt es im Absatz über Apotheken: »Den Apothekerberuf entwickeln wir zu einem Heilberuf weiter.«

Den berufspolitischen Segen hat das Pilotprojekt der Medios-Apotheke gestern auch schon bekommen. ABDA-Vizepräsidentin Ina Lucas war bei der Präsentation dabei und unterstützt die Idee. Die Kolleginnen und Kollegen in den Apotheken seien prädestiniert, die Patientensteuerung zu übernehmen und mit der eigenen Expertise notfalls im Gesundheitssystem zu »eskalieren«. Gleichzeitig ließen sich viele Bagatellfälle schnell und unkompliziert versorgen, was zu einer enormen Entlastung führen werde.

Zusätzlicher Aufwand entsteht dagegen in der Apotheke. Apothekerin Oleski nimmt das zunächst in Kauf – aus Überzeugung für das Projekt. Doch natürlich hofft die Inhaberin darauf, dass die assistierte Telemedizin bald angemessen vergütet wird.

Vergütung wird verhandelt

Die Entscheidung könnte schon am kommenden Montag fallen. Denn bis zum 31. März sollen sich der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) und der Deutsche Apothekerverband (DAV) über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Vergütungsregelungen für assistierte Telemedizin in Apotheken einigen.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) würde offenbar gern schnell mit der Umsetzung beginnen. »So können dann etwa Patientinnen und Patienten in Apotheken zu ambulanten telemedizinischen Leistungen beraten und bei der Inanspruchnahme angeleitet werden. Außerdem können dann Patientinnen und Patienten in den Apotheken bei der Durchführung einfacher medizinischer Routineaufgaben während einer ärztlichen telemedizinischen Leistung unterstützt werden«, heißt es aus dem BMG.

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