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Bilanz nach fünf Jahren
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Teilerfolg für die Masern-Impfpflicht

Seit der Einführung der Impfpflicht gegen Masern vor fünf Jahren sind mehr Kinder in Deutschland dagegen geimpft. Bei der Umsetzung gab es jedoch auch Schwierigkeiten.
AutorKontaktdpa
Datum 07.03.2025  15:53 Uhr
Mehrheit der Eltern für die Impfpflicht

Mehrheit der Eltern für die Impfpflicht

Eltern berichteten in einer Befragung von Verzögerungen. So hätten 2022 etwa ein Drittel der befragten Eltern noch keinen Nachweis über eine Masernimpfung erbringen müssen. Das geht aus der vom RKI durchgeführten Längsschnittstudie zur Evaluation der Impfakzeptanz unter dem Masernschutzgesetz (LEIA) hervor. Während etwa 60 Prozent der Eltern der Impfpflicht positiv gegenüberstanden, habe es in Einzelfällen Ärger darüber gegeben.

Auch hätten sich Hinweise ergeben, dass die Impfpflicht für Masern dazu geführt habe, andere freiwillige Impfungen der Kinder auszulassen – »ein Warnsignal für Public Health«, heißt es im RKI-Bericht. Konkrete Zahlen dazu gab es in dem Bericht nicht.

Masern sind den Fachleuten zufolge weiterhin ein relevantes Problem. Insbesondere bei lokal geringeren Impfquoten kommt es in Deutschland immer wieder zu Ausbrüchen, so etwa Anfang 2024 in Berlin oder 2023 in Halle. Eine Herdenimmunität von 95 Prozent der Bevölkerung ist laut RKI nötig, um Masern auszurotten.

Masern sind eine der ansteckendsten Krankheiten des Menschen überhaupt. Das Virus löst bei fast allen ungeschützten Menschen Symptome aus. Dazu gehören Fieber, Husten und der typische Hautausschlag, der sich über den ganzen Körper ausbreitet. Komplikationen sind Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen und Gehirnentzündungen, die zu schweren Folgeschäden wie geistigen Behinderungen und Lähmungen führen können.

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