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Gestiegene Spritpreise
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Tankrabatt hilft Großhandel kaum

Mehrkosten in Höhe von 28 Millionen Euro erwartet der pharmazeutische Großhandel durch die gestiegenen Spritpreise. Das sei trotz Tankrabatt deutlich mehr als noch im Sommer prognostiziert, rechnet der Branchenverband Phagro vor.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 14.10.2026  08:45 Uhr

Im Sommer war der Verband noch von 19 Millionen Euro Mehrkosten bis Jahresende ausgegangen, seitdem seien die Dieselpreise allerdings weit stärker gestiegen als prognostiziert, lässt der Verband wissen. Bezugspunkt der Berechnung sind die Spritpreise vor dem 28. Februar 2026, dem Beginn des Irankriegs. Ab diesem Zeitpunkt zogen die Preise deutlich an. Die Spritkosten des Pharmagroßhandels seien seitdem um 14 Millionen Euro gestiegen.

Erleichterungen durch den seit Anfang Oktober greifenden Tankrabatt sieht der Großhandelsverband nicht. Die staatliche Maßnahme reduziere die Kosten lediglich um etwa 4,5 Millionen Euro und federe damit nur rund ein Sechstel der erwarteten Mehrbelastung ab, heißt es. Dagegen blieben 23,5 Millionen Euro Zusatzbelastung beim Großhandel hängen.

Durch die hohen Dieselpreise drohten dem vollversorgenden Großhandel Verlustgeschäfte, fürchtet die Branche. Die erwarteten 28 Millionen Euro Mehrkosten entsprächen rund einer halben Million Euro pro Woche.

Die Phagro-Geschäftsführer Michael Dammann und Thomas Porstner fordern daher eine Reform der Großhandelsvergütung.  Ein starres System könne Mehrbelastungen immer weniger ausgleichen. Schon heute decke die gesetzliche Großhandelsvergütung bei 65 Prozent aller verschreibungspflichtigen Packungen nicht die Kosten. Eine Erhöhung des Festzuschlags müsse ihren Namen auch verdienen. »Mindestens 30 Cent pro Packung müssten es sein, um wieder kostendeckend arbeiten zu können«, so Porstner und Dammann.

Aufwärtstrend beschleunigt

Die Preise im Großhandel haben ihren Aufwärtstrend im September 2026 derweil deutlich beschleunigt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Großhandelspreise um 8,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit fiel der Anstieg stärker aus als im August (+6,8 %) und im Juli (+5,3 %). Eine noch höhere Jahresrate war zuletzt im Februar 2023 mit plus 9,5 Prozent verzeichnet worden.

Hauptursache für die Preisentwicklung bleiben die anhaltenden Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten. In deren Folge verteuerten sich insbesondere Energieprodukte sowie Vorleistungsgüter wie Metalle auf Großhandelsebene.

Auch im Vergleich zum Vormonat zogen die Preise an: Gegenüber August 2026 erhöhten sich die Großhandelspreise im September um 1,9 Prozent.

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